Das IQWiG hat aktuell den oben genannten Vorbericht veröffentlicht. Bis zum 04.10.2011 (16.00 Uhr) können Interessierte hierzu beim IQWiG Stellung nehmen. Die Bewertung der Positronen-emissionstomographie (PET bzw. PET/CT) bei dieser Indikation basiert auf einem Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Inhalt dieses Auftrages an das IQWiG ist die indikationsbezogene Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen Wissenstandes zur PET.


Mit dem vorliegenden Bericht legt das IQWiG seine (vorläufige) Bewertung zu dieser Indikation vor. Der spätere Abschlussbericht des IQWiG wird eine wichtige Grundlage für den G-BA im Rahmen seiner Bewertungsverfahren nach § 135 und § 137c SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung und im Krankenhaus) darstellen.

In seinem Vorbericht kommt das IQWiG zu folgendem Fazit:
„Für die Bewertung des Nutzens der PET als Ergänzung zur konventionellen CT-Diagnostik für die Indikation Abklärung potenziell operabler Lebermetastasen wurde eine randomisierte Studie mit hohem Verzerrungspotenzial gefunden. Aus dieser ließ sich ein Anhaltspunkt für einen patientenrelevanten Zusatznutzen hinsichtlich der Vermeidung überflüssiger Laparatomien ableiten. Für weitere Indikationen wurden keine geeigneten vergleichenden Studien identifiziert.

Die erweiterte Fragestellung des Berichts hinsichtlich der diagnostischen und prognostischen Güte wurde anhand der Daten aus 6 eingeschlossenen Evidenzsynthesen und 16 durch die Ergän-zungsrecherche identifizierten Primärstudien beantwortet. Die auf vergleichenden diagnostischen Studien aus beiden Informationsquellen beruhenden bivariaten Meta-Analysen fanden für die Indikation Rezidivdiagnostik sowie für die Subindikationen Erkennung von Lokalrezidiven und Erkennung von Fernmetastasen eine höhere Testgüte für die gemeinsam betrachtete PET und PET/CT gegenüber einer konventionellen Diagnostik. Letztere bestand ausschließlich aus der CT (gültig nur für die Indikation Rezidivdiagnostik) bzw. überwiegend aus der CT (gültig für alle anderen genannten Subindikationen).
Für den Vergleich der PET mit der PET/CT fand sich auf der Basis von 3 vergleichenden diagnostischen Studien für die Indikationen Rezidivdiagnostik und Lokalrezidive eine höhere Testgüte der PET/CT.
Zur prognostischen Güte der PET bzw. PET/CT konnte nur 1 Primärstudie identifiziert werden, auf deren Basis keine Aussage abgleitet werden konnte.

Trotz einer nahezu durchgehend gefundenen höheren Testgüte der PET bzw. PET/CT blieb für die vorliegende Frage nach der Wertigkeit der PET-Technologie unbeantwortet, wie sich eine höhere Testgüte auf patientenrelevante Endpunkte auswirkt. Für den Fall des Einsatzes der PET als Add-on zu einer verdachtsbegründenden Diagnostik muss in künftigen Studien noch untersucht werden, wie beispielsweise eine verpasste Therapiechance (falsch negativer Befund) gegen die Vermeidung einer überflüssigen Behandlungsmaßnahme (richtig negativer Befund) abgewogen werden soll.
Weitere methodisch hochwertige (prospektiv vergleichende) Studien sind erforderlich, um die Evidenzlücke zwischen den diagnostischen Klassifizierungseigenschaften und den Auswirkungen damit verbundener Therapiekonsequenzen für patientenrelevante Belange verlässlich bewerten zu können.“
Insbesondere vor dem Hintergrund des Bewertungsverfahrens nach § 137c SGB V ist die Thematik für Krankenhäuser von Relevanz. Wir möchten Sie daher bitten, die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser kurzfristig über diesen Vorbericht und das damit verbundene Stellungnahmeverfahren zu informieren, damit auf diesem Gebiet klinisch tätige Experten den Bericht bewerten und eine fachlich dezidierte Stellungnahme abgeben können.

Bei der Abgabe von Stellungnahmen bestehen formale Anforderungen seitens des IQWiG. Hier sind der „Leitfaden zum Stellungnahmeverfahren zu Vorberichten des Institutes“, das „Formblatt zur schriftlichen Stellungnahme zum Vorbericht“ und das „Formblatt Interessenkonflikte“ zu berücksichtigen. Der Vorbericht und die genannten Formulare sind unter https://www.iqwig.de/d06-01c-positronen-emissions-tomographie-pet-bei.986.html?tid=1158&phlex_override_command=element im Internet abrufbar.