Auf der Grundlage einer indikationsbezogenen Bewertung von Behandlungsverfahren nach § 137c SGB V (im Krankenhaus) und nach § 135 SGB V (in der vertragsärztlichen Versorgung) hatte der G-BA mit Beschluss vom 16.12.2011 die weitere Erbringbarkeit diverser, derzeit in Krankenhäusern angewendeter Verfahren zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms gegen die Stimmen der DKG erheblich eingeschränkt.

Seitens der DKG und der urologischen Fachgesellschaft (DGU) wurde gegenüber dem BMG in Eingaben die Position vertreten, dass der G-BA hier trotz guter Evidenzlage zu ungerechtfertigten Bewertungen gekommen war. Der G-BA wurde daraufhin vom BMG aufgefordert, einzelne Aspekte der Beschlüsse näher zu begründen. Die Beschlüsse wurden jedoch letztlich durch das Ministerium nicht beanstandet (Schreiben vom 30.03.2011, Anlage). In einer begleitenden Auflage wird seitens des BMG jedoch eine Klarstellung gefordert, dass zwei neu in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommene Verfahren (Holmium-Laserresektion und -enukleation) in diesem Versorgungskontext ggf. nur als belegärztliche Leistungen im Krankenhaus erbracht werden dürfen. Der G-BA wird die Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ (MVV-RL) in Kürze dahingehend ändern. Nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger werden diese Beschlüsse in Kraft treten.

1. Folgende Verfahren dürfen im Krankenhaus außerhalb von klinischen Studien zukünftig nicht mehr angewendet werden (die Angabe der entsprechenden OPS-Kodes erfolgt auf Basis der Version 2011, abweichende Kodierungen sind möglich):

• Interstitielle Laserkoagulation (ILK) OPS 5-601.40
• Hybrid-Laserverfahren OPS 5-601.4x
• Holmium-Laserablation (HoLAP) OPS 5-601.42
• Holmium-Laser Blasenhalsinzision (HoBNI) OPS 5-600.0 und OPS 5-985
• Transurethrale Nadelablation (TUNA) OPS 5-601.5
• Fokussierter Ultraschall hoher Intensität (High Intensity Focused Ultrasound - HIFU) OPS 5-602.1
• Wasserinduzierte Thermotherapie (WIT) OPS 5-601.3
• Transurethrale Ethanolablation (TEAP) OPS 5-601.x

Wir empfehlen eine Überprüfung, ob diese Verfahren derzeit angewendet werden. Die zukünftig weiterhin erbringbaren Therapiealternativen sind unter Punkt 2 und 3 aufgeführt.

2. Zu fünf Verfahren wurde die Beschlussfassung vom G-BA bis zum 31.12.2016 ausgesetzt. Diese Verfahren können somit unter Berücksichtigung der Vorgaben der zeitgleich verabschiedeten Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Krankenhaus zunächst weiter erbracht werden:

• Kontakt-Laserablation (CLAP) OPS 5-601.42
• Visuelle Laserablation (VLAP) OPS 5-601.41
• Photoselektive Vaporisation („Green-Light“ Laser – PVP) OPS 5-601.42
• Thulium-Laserresektion (TmLRP) OPS 5-601.7
• Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT) OPS 5-601.3 oder OPS 5-601.x

Die genannten Maßnahmen zur Qualitätssicherung enthalten Vorgaben zur Strukturqualität der stationären Leistungserbringung. Darin wird insbesondere gefordert, dass nur diejenigen Fachärzte für Urologie diese Leistungen erbringen dürfen, die den Nachweis von Kenntnissen und Erfahrung in der Patientenbehandlung mit dem betreffenden Verfahren erbringen können. Dazu ist zu belegen, dass das jeweilige Verfahren in mindestens 50 Fällen selbständig erfolgreich angewendet wurde. Weiterhin werden Vorgaben für obligate und ergänzende, freiwillig mit den Kostenträgern zu vereinbarende Verlaufskontrollen nebst Dokumentation getroffen (Anlage).

Bei Anwendung eines oder mehrerer dieser Verfahren empfehlen wir eine Überprüfung der genannten Kriterien.

3. Die folgenden Laserverfahren wurden positiv bewertet und finden gemäß G-BA Beschluss somit Eingang in die jeweilige Anlage I der Richtlinie „Methoden Krankenhausbehandlung“ (KHMe-RL) und „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ (MVV-RL). Diese Verfahren dürfen im Krankenhaus weiterhin und nunmehr auch in der vertragsärztlichen Versorgung (in der Regel als belegärztliche Leistung) angewendet werden:
• Holmium-Laserresektion (HoLRP) OPS 5-601.7
• Holmium-Laserenukleation (HoLEP) OPS 5-601.7

Wie die Prüfpraxis der Krankenkassen bzw. des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in Bezug auf die ausgeschlossenen bzw. nur unter Erfüllung der QS-Vorgaben erbringbaren Leistungen ausgestaltet werden wird, ist derzeit noch unklar.

Die Verfahren der Ablation und Enukleation mittels Thulium-Laser [TmLAP bzw. TmLEP] werden im G-BA gesondert beraten.

Die Anwendung und Vergütung der transurethralen Resektion der Prostata (TURP) und ihrer technischen Modifikationen (TUVP – Vaporisation und TUVRP – Vaporesektion), der Adenomenukleation (offene Operation) und der transurethralen Inzision der Prostata (TUIP) im Rahmen einer Krankenhausbehandlung sind von diesen Beschlüssen nicht betroffen.

Die Beschlussdokumente einschließlich der zusammenfassenden Dokumentation stehen auf der Internetseite des G-BA zur Verfügung:
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-unterausschuss/5/#1253/ 
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-unterausschuss/5/#1255/
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-unterausschuss/5/#1254/