Diese Beschlüsse wurden gegen die Stimmen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sowie gegen die Stellungnahmen der Bundesärztekammer und maßgeblichen Fachgesellschaft (Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin/DGN) getroffen. Rechtsgrundlage war die indikationsbezogene Bewertung der Methode nach § 137c SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Krankenhaus) und nach § 135 SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung).
Wie der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen ist, hat der G-BA entschieden, dass die PET bzw. PET/CT bei Patienten mit malignen Lymphomen weitgehend aus der Krankenhausversorgung ausgeschlossen wird. Beim sogenannten Restaging hingegen wird die PET-Untersuchung nur zur Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von > 2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie weiter im Krankenhaus und neu auch im vertragsärztlichen Bereich erbringbar sein.

Beim Interim-Staging nur für Hodgkin- und aggressive Non-Hodgkin-Lymphome nach zwei bis vier Zyklen Chemotherapie/Chemoimmuntherapie zur Entscheidung über die Fortführung der Chemotherapie/Chemoimmuntherapie wurde die Entscheidung gemäß 2. Kapitel § 14 Abs. 4 der Verfahrensordnung des G-BA für fünf Jahre ausgesetzt. Unter Berücksichtigung von ebenfalls beschlossenen Qualitätskriterien bleibt die PET bzw. PET/CT bei dieser Teilindikation somit zunächst Krankenhausleistung. Nach Ablauf dieser Frist wird der G-BA nochmals die Studienlage bewerten, um dann abschließend zu entscheiden.


Beschlüsse des G-BA vom 21.10.2010 zur PET bzw. PET/CT bei malignen Lym-phomen


Initiales Staging Interim-Staging Restaging Rezidiv-Nachweis
Hodgkin-Lymphom (HL) Ausschluss Aussetzung Einschluss/
Belassen Ausschluss
Aggressives Non-Hodgkin-Lypmhom (NHL) Ausschluss Aussetzung Ausschluss Ausschluss
Indolentes NHL Ausschluss Ausschluss Ausschluss Ausschluss


Alle anderen Anwendungsbereiche, d.h. das komplette primäre Staging, das Restaging bei aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen und die Rezidivdiagnostik wurden ausgeschlossen. Ebenso dürfen bei indolenten Lymphomen – auch bei jenen mit Verdacht auf Transformation – keine PET-Untersuchungen mehr zu Lasten der GKV im Krankenhaus erfolgen. Diese Beschlüsse gelten für Erwachsene wie für Kinder.
Die PET besitzt (auch nach Ansicht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) unzweifelhaft eine höhere diagnostische Güte als die in diesem Kontext ebenfalls eingesetzten diagnostischen Verfahren der Computertomographie und Gallium-Szintigraphie. Da für die meisten Teilindikationen darüber hinaus mittels PET der Einfluss auf Managementänderungen gezeigt werden konnte, weist die empirische Grundlage nach Verfahrensordnung des G-BA ein hohes Evidenzlevel zwischen IIa und Ic auf. Trotz dieser Studienlage wurde sehr restriktiv entschieden.
Die DKG hatte sich vehement für die weitere Anwendung dieses diagnostischen Verfahrens eingesetzt. Die Entscheidung des G-BA ist umso gravierender, da die Anwendung und Erstattung der PET bzw. PET/CT bei malignen Lymphomen in vielen Ländern Europas und selbst im staatlichen US-amerikanischen Gesundheitssystem (Medicare/Medicaid) seit Jahren unstrittig ist. Dementsprechend hat auch die Bundesärztekammer deutlich gemacht, dass sich Deutschland im onkologischen Patientenmanagement mit dieser Beschlussfassung international isoliert.
Die Beschlüsse nebst tragenden Gründen sind derzeit noch nicht verfügbar. Diese werden zeitnah nachgereicht.
Die G-BA-Beschlüsse werden dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und treten erst nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Die DKG wird sich daher weiter um die Thematik bemühen. Über den Fortgang in dieser Angelegenheit werden wir Sie zeitnah informieren.