Mit dem vorliegenden Bericht legt das IQWiG seine (vorläufige) Bewertung zu dieser Indikation vor. Der spätere Abschlussbericht des IQWiG wird eine wichtige Grundlage für den G-BA im Rahmen seiner Bewertungsverfahren nach § 135 und § 137c SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung und im Krankenhaus) darstellen.
In seinem Vorbericht kommt das IQWiG zu folgendem Fazit:
„Für das primäre Staging, das Lymphknotenstaging und die Diagnostik von Fernmetastasen helfen weder die einzige Nutzenstudie noch die aufgefundenen Studien zur diagnostischen Güte, einen möglichen Zusatznutzen der PET und PET/CT im Kontext der vorhandenen Testverfahren in der Versorgung nachzuweisen. Obwohl eine große Zahl von Testgütestudien den Stellenwert der PET und PET/CT im primären Lymphknoten-staging untersucht hat, ließ sich weder für die Sensitivität noch die Spezifität eine deutliche Verbesserung gegenüber anderen diagnostischen Verfahren erzielen.
Bei der Bewertung des Therapieansprechens hatte die PET in den Einzelstudien tendenziell eine höhere diagnostische Güte als die anderen Technologien mit erheblicher Unsicherheit in den geschätzten Werten. Selbst ein Poolen der 3 Studien mit dem CT-Vergleich ermöglichte keine Aussage zur Überlegenheit der PET oder einer anderen Technologie.
Die PET zum Nachweis von Rezidiven erreichte in der eingeschlossenen Meta-Analyse eine hohe Sensitivität mit einer guten Detektion von Rezidiven. Die mäßige Spezifität bedeutet gleichzeitig eine höhere Anzahl falsch positiver Befunde mit weiterem Abklärungsbedarf. Sind die sonstigen Untersuchungsbefunde negativ, verbleibt bei Arzt und Patient eine Restunsicherheit über die Existenz eines Rezidivs und das beste weitere therapeutische Vorgehen. Ob die PET der konventionellen Diagnostik (CT/MRT) wirklich überlegen ist, kann anhand der Ergebnisse nicht zuverlässig beantwortet werden. Inwieweit ein frühzeitiger Rezidivnachweis auch Vorteile für den Patienten bringt, muss noch untersucht werden.
Beim unbekannten Primärtumor spielt die PET eine mögliche Rolle, wenn der Tumor nach einer vollständigen Untersuchung mit allen verfügbaren anderen diagnostischen Verfahren nicht lokalisiert werden konnte. Der zu erwartende Benefit ist wegen der heterogenen Studienpopulation und der unterschiedlichen Abklärungsstadien der Patienten (komplette versus inkomplette Abklärung vor der PET) in den Studien nicht (ausreichend) gut fassbar. Ob die Untersuchung mit PET oder PET/CT für die Detektion von unbekannten Primärtumoren mit einem patienten-relevanten Nutzen verbunden ist, verbleibt gegenwärtig unklar.“
Insbesondere vor dem Hintergrund des Bewertungsverfahrens nach § 137c SGB V ist die Thematik für Krankenhäuser von Relevanz. Wir möchten Sie daher bitten, die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser kurzfristig über diesen Vorbericht und das daran angeschlossene Stellungnahmeverfahren zu informieren, damit auf diesem Gebiet klinisch tätige Experten den Bericht bewerten und eine fachlich dezidierte Stellungnahme abgeben können. Für die Überlassung von Kopien solcher Stellungnahmen wären wir Ihnen sehr dankbar.
Bei der Abgabe von Stellungnahmen bestehen formale Anforderungen seitens des IQWiG. Hier sind der „Leitfaden zum Stellungnahmeverfahren zu Vorberichten des Institutes“, das „Formblatt zur schriftlichen Stellungnahme zum Vorbericht“ und das „Formblatt Interessenkonflikte“ zu berücksichtigen. Der Vorbericht und die genannten Formulare sind unter
http://www.iqwig.de/d06-01b-positronen-emissions-tomographie-pet-bei.986.html?tid=1137
im Internet abrufbar.