Damit wird ermöglicht, dass schwerst Opiatabhängigen eine Substitutionsbehandlung mit Diamorphin als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten können. Dies ist allerdings an bestimmte Vorbedingungen geknüpft. So gilt als schwerst Opiatabhängig im Sinne der Richtlinie ein Patient, welcher seit mindestens fünf Jahren opiatabhängig mit überwiegend intravenösem Konsum ist und schwerwiegenden somatischen und psychische Störungen hat. Weiterhin muss der Patient das 23. Lebensjahr vollendet haben und zwei erfolglos beendete Behandlungen der Opiatabhängigkeit (eine davon als mindestens sechsmonatige Behandlung gemäß § 5 Abs. 2,6 und 7 BtMVV) müssen nachgewiesen werden.

Einrichtungen, die Substitutionsbehandlungen mit Diamorphin durchführen, müssen eine ganze Reihe von Anforderungen erfüllen. Zum Teil liegen diese über denen, die von einigen der im Rahmen des Modellprojektes beteiligten Einrichtungen derzeit erfüllt werden können. Diese Tatsache war auch Gegenstand der Beratungen zu dieser Richtlinie und fand seinen Ausdruck in der Aufnahme einer dreijährigen Übergangsregelung (§ 11 der Richtlinie) für bereits bestehende Einrichtungen. Zudem hat man sich im Plenum des G-BA darauf verständigt, die Umsetzung bzw. die Auswirkungen der Richtlinie nach zwei Jahren überprüfen zu wollen.

Der Beschluss und die Tragenden Gründe finden sich auch auf den Internetseiten des G-BA unter:

http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/#1110/

Der Beschluss bedarf noch der Prüfung nach § 94 SGB V und würde im Falle einer Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.

Über den Fortgang in dieser Sache werden wir Sie zeitnah informieren.