Bei der gelenkerhaltenden Behandlung von Knorpelschäden können in Abhängigkeit der individuellen Fallkonstellation verschiedene operative Verfahren zum Einsatz kommen. Bei der vom G-BA bewerteten und nunmehr ausgeschlossenen „Autologen Chondrozyten Implantation“ (ACI) werden körpereigene Knorpelzellen im Labor vermehrt und anschließend zur Auffüllung des Knorpelschadens verwendet. Das Besondere ist, dass hierdurch ein Ersatz-Knorpelgewebe entsteht, das in seiner Zusammensetzung und Belastbarkeit dem ursprünglichen Knorpel sehr nahekommt. Mit anderen Techniken ist dies häufig nicht möglich.

Die DKG hatte sich unter Berücksichtigung der vorliegenden, bestverfügbaren Evidenz für eine weitere Anwendbarkeit des Verfahrens ACI eingesetzt, hierbei jedoch eine Einschränkung auf jene Fälle vorgeschlagen, in denen andere gelenkerhaltende Verfahren (z.B. Mikrofrakturierung, Mosaikplastik) voraussichtlich nicht erfolgversprechend zum Einsatz kommen können (Ausschluss mit Ausnahmen). Gegen die Stimmen der DKG wurde im G-BA aus prinzipiellen Erwägungen heraus („keine Studien auf der höchsten Evidenzstufe = kein Nutzen“) entschieden, dieses Verfahren auch in Ausnahmefällen am Sprunggelenk nicht mehr zu bezahlen. Gesetzlich Versicherten steht somit eine unter Umständen wichtige Therapiealternative nicht mehr zur Verfügung.

Der beigefügte Beschluss (Anlage) und die Tragenden Gründe (Anlage) finden sich auch auf den Internetseiten des G-BA unter:

http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/zum-aufgabenbereich/25/

Der Beschluss bedarf noch der Prüfung nach § 94 SGB V und würde im Falle einer Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten.