Das IQWiG zieht in seinem Bericht auf Basis von zwei Screeningstudien, 4 Behandlungsstudien, 9 Diagnosestudien und der zusätzlichen Einbeziehung von Berichten deutscher Modellprojekte das Fazit, dass es

a)  Hinweise auf eine bessere Sprachentwicklung von Kindern mit Hörstörungen gebe, die in einem universellen Neugeborenenhörscreening identifiziert werden,
b) die frühzeitige Versorgung mit einem Hörgerät oder einem Cochlear-Implantat einen Nutzen bringe und
c) die diagnostische Güte des Screeningstestes als akzeptabel angesehen werden könne.

Bei den einbezogenen Studien handelt es sich größtenteils um retrospektive Kohortenstudien, deren Aussagen vom IQWiG aufgrund der eingeschränkten Qualität unter Vor-behalt bewertet wurden. Aus den Berichten der Modellprojekte zeige sich eine große Akzeptanz eines universellen Neugeborenenhörscreenings bei Schwierigkeiten in der Nachverfolgung der Fälle, daher empfiehlt das IQWiG "die gleichzeitige Implementierung begleitender Qualitätssicherungsmaßnahmen".

In der Anlage finden Sie das Kapitel "Kurzfassung" aus dem Abschlussbericht des IQWiG. Der vollständige Abschlussbericht kann auf den Internetseiten des IQWiG unter http://www.iqwig.de/index.474.html abgerufen werden.

Bei den Aussagen des IQWiG im Abschlussbericht handelt es sich um Empfehlungen an den G-BA, die eine Grundlage für die Beratungen zum Richtlinienbeschluss darstellen. Da die Einführung eines universellen Neugeborenenhörscreenings einen zusätzlichen Aufwand für Krankenhäuser mit geburtshilflichen Abteilungen bedeuten würde, möchten wir Sie bereits über die wissenschaftliche Grundlage der zukünftigen Entscheidung informieren.