1. Beschluss zur Positronemissionstomographie beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom und Lungenrundherden

Die Positronemissionstomographie (PET) erfüllt bei den folgenden Indikationen die Kriterien des § 137 c SGB V (ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich) und bleibt damit Leistung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung:

- Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzi- nomen einschließlich der Detektionen von Lungenfernmetastasen,
- Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtklein- zelligen Lungenkarzinomen
-  Charakterisierung von Lungenrundherden

Ergänzend wurde folgender Satz beschlossen:
"Das Behandlungskonzept muss die therapeutischen Konsequenzen der PET begründen"

Dies sind die ersten Beschlüsse zur Methode der PET, deren indikationsbezogene Prüfung 2003 auf Antrag der Spitzenverbände der Krankenkassen aufgenommen wurde. Zugleich handelt es sich erstmals um die Bewertung einer diagnostischen Methode.
Die Beschlüsse stellen das Ende eines sehr langwierigen und kontroversen Beratungsprozesses zu diesen drei Indikationen dar. Es bestand jedoch Einigkeit, dass die Methode der PET bei den genannten Indikationen einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Diagnostik leisten kann. Den Beteiligten ist jedoch an einem angemessenen Einsatz dieses Verfahrens gelegen. In diesem Zusammenhang ist der ergänzende Hinweis zu verstehen. "Das Behandlungskonzept muss die therapeutischen Konsequenzen der PET begründen". Aus Krankenhaussicht empfiehlt sich, diesem Hinweis mit einer sachgerechten Dokumentation Rechnung zu tragen.

2.  Beschluss zur Protonentherapie bei Zerebralen Ateriovenösen Malformationen (AVM)

Die Protonentherapie bei der Indikation Zerebrale Ateriovenöse Malformation erfüllt die Kriterien des § 137 c SGB V (ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich) und bleibt damit Leistung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei der Zerebralen Ateriovenösen Malformation handelt es sich um eine Gefäßmissbildung, die vergleichsweise selten und nicht bösartig ist. Strahlentherapeutische Verfahren mittels Photonen oder Protonen sind bei dieser Erkrankung eine Behandlungsoption, wenn eine Operation- und/oder Emboliesation nicht in Betracht kommt, bzw. nicht durchführbar ist. Das entsprechende Patientenkollektiv ist durch eine besondere Heterogenität (z. B. Lokalisation, Ausdehnung) und die Seltenheit spezifischer Fallkonstellationen gekennzeichnet, so dass die Therapieentscheidung in Bezug auf die zu verwendende Strahlenart in der individuellen Verantwortung des therapeutischen Teams verbleiben soll. Eine Eingrenzung der Anwendung der Protonentherapie auf spezifische Patientengruppen oder Läsionsgrößen im Rahmen einer Beschlussfassung nach § 137 c SGB V erschien daher nicht zweckmäßig.


3. Beschluss zur Hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO)

Die Hyperbare Sauerstofftherapie bei der Indikation Clostridiale Myonekrose erfüllt die Kriterien des § 137 c SGB V und bleibt somit Krankenhausleistung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Clostridiale Myonekrose (Gasbrand) ist eine sehr seltene Erkrankung. Dieser Tatsache und dem bekanntermaßen foudroyanten Verlauf wurden bei der Entscheidungsfindung, die sich maßgeblich auf die Publikationen von Fallserien stützt, Rechnung getragen. Der GBA hat in seiner Begründung festgehalten, dass dieses Verfahren in Kombination mit einer Antibiotika-Therapie und chirurgischen Therapie erfolgt. Für die alleinige HBO-Therapie bei dieser Indikation gibt es weder eine wissenschaftliche Begründung noch liegen Publikationen oder Hinweise aus der Versorgungspraxis vor. Zudem wird die HBO in der Praxis nicht als alleinige Maßnahme bei Gasbrand durchgeführt.

Die dargestellten Beschlüsse stellen aus Sicht der DKG ein sehr gutes Ergebnis dar, da sie einerseits medizinischen Notwendigkeiten Rechnung tragen und andererseits der Argumentation der DKG folgen. Die detaillierten Berichte werden wir Ihnen nach Fertigstellung Anfang Januar zur Verfügung stellen.

In der oben genannten Sitzung wurden zudem zwei Beschlüsse zur Beauftragung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) durch den GBA getroffen:

a. Im Rahmen der Überprüfung der hyperbaren Sauerstofftherapie gem. § 137 c  SGB V beauftragt der Gemeinsame Bundesausschuss das IQWIG gem. § 139  a Abs. 3 Nr. 1 SGB V die Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen  medizinischen Wissenstandes zur hyperbaren Sauerstofftherapie bei folgenden  Indikationen durchzuführen:

- Brandwunden
- Migräne/vaskulärer Kopfschmerz
- venöse Ulcera
-  idiophatische Femurkopfnekrose des Erwachsenen
-  zerebraler Insult

Die Umsetzung dieser Auftragsvergabe bedarf formal noch des Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses in der Besetzung nach § 91 Abs. 2 SGB V (Plenum), welcher in 2006 tagen wird.

b. Im Zusammenhang mit dem bereits an das IQWIG erteilten Auftrag zur Recher-che und methodischen Bewertung der Literatur zur Stammzelltransplantation hat der Gemeinsame Bundesausschuss die weitere Reihenfolge der zu bearbeitenden Indikationen festgelegt. Derzeit werden wie in der Vergangenheit beschlossen, in einem ersten Arbeitspaket die akute myeloische Leukämie (AML) und die akute lymphatische Leukämie (ALL) und in einem zweiten Arbeitspaket die schwere aplastische Anämie und  das multiple Myelom durch das IQWIG bearbeitet. Die gemäß Antrag noch ausstehenden Indikationen wurden zur weiteren Bearbeitung priorisiert:

 3. Solide Tumore
 4. Hodghin Lymphom
 5. chronische Lymphatische Leukämie
 6.  Non-Hoghin Lymphom (noch in ca. drei Unterarbeitspakete zu gliedern)
 7.  chronische myeloische Leukämie

Über den Zeitpunkt der Aufnahme der Bearbeitung durch das IQWIG kann derzeit noch keine Aussage getroffen werden.