Bei der Einführung einer Früherkennungsuntersuchung von Hörstörungen bei Neugeborenen (Neugeborenen-Hörscreening) im Jahr 2008 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde bereits in der entsprechenden Richtlinie (Anlage 6 der Kinder-Richtlinie, Anlage) festgelegt, dass das Neugeborenen-Hörscreening hinsichtlich Qualität und Zielerreichung durch eine Studie evaluiert werden soll. Bei der Prüfung nach § 94 SGB V und Nichtbeanstandung wurde seinerzeit durch das Bundesministerium für Gesundheit auf die Notwendigkeit der Durchführung einer Evaluation nochmals explizit hingewiesen.

Im Rahmen der Evaluation sollten insbesondere Auswertungen zur Anzahl der durchgeführten Untersuchungen, der auffälligen Erst- und Kontrolluntersuchungen, der richtig-positiven und falsch-positiven Befunde und zu Zeitpunkten von Diagnosestellung und Therapieeinleitung durchgeführt werden. Hierzu wurden zum einen Daten von den Hörscreeningzentralen, die in einigen Regionen existieren, erhoben, aber auch direkt aus den Krankenhäusern Sammelstatistiken eingeholt, zu deren jährlicher Erstellung die Leistungserbringer nach § 9 der Richtlinie verpflichtet sind.

2014 hatte der G-BA eine Bietergemeinschaft zur Evaluation des Neugeborenen-Hörscreenings beauftragt. Die Bietergemeinschaft hat zum Stand 15.01.2017 den Evaluationsbericht für die Jahre 2011 und 2012 vorgelegt. Die vorliegende Evaluation bewertet das Screening für die o. g. Jahre in Hinblick auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Laut Bericht ist die Umsetzung des NHS in Deutschland erfolgreich, gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der Evaluation Optimierungsbedarf. Die Bietergemeinschaft hat dazu Empfehlungen u. a. zur Präzisierung der Datengrundlage für die Evaluation und zur Verbesserung der Dokumentation herausgearbeitet.

Der Endbericht wurde auf der Homepage des G-BA veröffentlicht:

https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2953/

Ebenfalls am 18.05.2017 hat der G-BA einen Beschluss zur Änderung des Titels der Richtlinie sowie der Anforderungen an die Dokumentation in der Anlage 1 („Gelbes Heft“) zum Erweiterten Neugeborenen-Screening und zum Screening auf Mukoviszidose gefasst.

Die Änderung des Titels der Kinder-Richtlinie wurde aufgrund des Präventionsgesetzes vom 17. Juni 2015 erforderlich. Mit der Streichung der Altersangabe aus dem Titel der Kinder-Richtlinie soll der Änderung von § 26 Abs. 1 SGB V Rechnung getragen werden, da nunmehr versicherte Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten haben.

Im „Gelben Heft“ (Anlage 1 der Kinder-Richtlinie) erfolgte eine Anpassung der Dokumentation für das Erweiterte Neugeborenen-Screening sowie für das Screening auf Mukoviszidose. Diese wurden notwendig, um die Dokumentationsvorgaben der Kinder-Richtlinie präziser abzubilden.

Darüber hinaus wurden sprachliche Anpassungen in den Elterninformationen der U1 und U2 aufgrund der Beschlussfassung vom 24. November 2016 zur Einführung eines Screenings auf kritische angeborene Herzfehler bei Neugeborenen mittels Pulsoxymetrie erforderlich.

Diese Beschlussunterlagen und dazugehörigen Tragenden Gründe sind ebenfalls auf der Homepage des G-BA veröffentlicht:

https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2954

Der Beschluss wird noch dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung nach §94 Abs. 1 SGB V vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.