Die Bewertung der aktiven Kniebewegungsschienen in der Behandlung von Rupturen des vorderen Kreuzbandes basiert auf einem Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 22.09.2016. Inhalt dieses Auftrages an das IQWiG ist die indikationsbezogene Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen Wissenstandes zum Verfahren der aktiven Kniebewegungsschienen in der Behandlung von Rupturen des vorderen Kreuzbands.

Mit dem vorliegenden Bericht legt das IQWiG seine (vorläufige) Bewertung dar. Der spätere Abschlussbericht des IQWiG wird eine wichtige Grundlage für das Bewertungsverfahren des G-BA nach § 135 Abs. 1 SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung) darstellen.

In seinem Vorbericht kommt das IQWiG zu folgendem Fazit:

„Es wurden keine Studien zur Selbstanwendung der aktiven Kniebewegungsschienen (CAM-Schienen) und nach konservativer Therapie identifiziert. Zur Anwendung der CAM-Schienen im stationären Kontext im Anschluss an eine operative Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands konnten 1 Studie zum Vergleich der CAM-Schienen mit den passiven Kniebewegungsschienen (CPM-Schienen) und 1 Studie zum Vergleich einer Nachbehandlung mit CAM-Schienen mit einer Nachbehandlung ohne Bewegungs-schienen identifiziert werden. Die Patientenzahlen waren in beiden Studien gering und die Studien mit methodischen Mängeln behaftet. Die erhobenen Ergebnisse bezogen sich auf einen kurzen Zeitraum (1 Woche).

Beide eingeschlossenen Studien enthielten verwertbare Ergebnisse zu den Endpunkten Bewegungsumfang und Schmerzen. Ein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden einer Nachbehandlung mit CAM-Schienen im Vergleich zu einer Nachbehandlung mit CPM-Schienen oder ohne Bewegungsschienen ergab sich nicht.

Die Endpunkte propriozeptives Defizit und unerwünschte Ereignisse konnten wie in den Studien erhoben nicht als patientenrelevante Endpunkte herangezogen werden, sodass diesbezüglich keine Aussage über einen Nutzen oder Schaden getroffen werden konn-te.

Für die Endpunkte Morbidität, Aktivitäten des täglichen Lebens, Abhängigkeit von der Hilfe anderer Personen und Teilhabe am beruflichen und sozialen Leben konnte eben-falls keine Aussage über einen Nutzen oder Schaden einer Nachbehandlung mit CAM-Schienen im Vergleich zu den beiden anderen Behandlungsoptionen abgeleitet werden, da hierfür keine Daten verfügbar waren.

Nutzen und Schaden der CAM-Schienen sind damit insgesamt unklar – insbesondere in der häuslichen Anwendung.“

Vor dem Hintergrund, dass diese Methode auch im Krankenhaus zum Einsatz kommt und ein mögliches Bewertungsverfahrens nach § 137c SGB V nicht ausgeschlossen werden kann, möchten wir Sie bitten, die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser kurzfristig über diesen Vorbericht und das damit verbundene Stellungnahmeverfahren zu informieren, damit auf diesem Gebiet klinisch tätige Experten den Bericht bewerten und eine fachlich dezidierte Stellungnahme abgeben können. Für die Überlassung von Kopien solcher Stellungnahmen wären wir Ihnen sehr dankbar.

Bei der Abgabe von Stellungnahmen bestehen formale Anforderungen seitens des IQWiG. Hier sind der „Leitfaden zum Stellungnahmeverfahren zu Vorberichten des Institutes“, das „Formblatt zur schriftlichen Stellungnahme zum Vorbericht“ und das „Formblatt Interessenkonflikte“ zu berücksichtigen. Der Vorbericht und die genannten Formulare sind unter

https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/nichtmedikamentoese-verfahren/n16-01-aktive-kniebewegungsschienen-in-der-behandlung-von-rupturen-des-vorderen-kreuzbands.7192.html

im Internet abrufbar.