Im Bereich der seltenen Erkrankungen wurde die Anlage 2 – Buchstabe b Mukoviszidose beschlossen. Dabei wurde die Anlage in vielen Punkten an bereits bestehende ASV-Strukturen angepasst und nicht alle Anforderungen der als Grundlage dienenden Richtlinie zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus nach § 116b SGB V a. F. (ABK-RL) übernommen. Der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie wurde in das Behandlungsteam aufgenommen, um eine fachgerechte Behandlung der vulnerablen Patientengruppe zu gewährleisten. Im Zuge dessen wurde der Behandlungsumfang um die Beratungen zur Vermeidung von Infektionen mit multiresistenten Erregern erweitert. Des Weiteren wurde die Zusammenarbeit mit einem Ernährungstherapeuten sichergestellt. Wie im Bereich der seltenen Erkrankungen üblich wurde eine Mindestmenge von 50 Patienten festgelegt. Das Plenum hat den Unterausschuss jedoch beauftragt, Ausnahmeregelungen für ASV-Teams in dünn besiedelte Regionen zu prüfen, bei denen jetzt schon absehbar ist, dass sie die Mindestmenge nicht erfüllen können. Wie in den bisherigen Konkretisierungen auch darf die Mindestmenge in den zurückliegenden Quartalen vor Anzeige der Leistungserbringer beim erweiterten Landesausschuss (eLA) um nicht mehr als 50 % unterschritten worden sein. Gleiches gilt für das erste Jahr der ASV-Berechtigung, sodass eine Übergangslösung besteht, bis der G-BA eine genaue Ausnahmeregelung für die Mindestmengen festgelegt hat.

Die Prüfung des Beschlusses durch das Bunddesministerium für Gesundheit (BMG) steht noch aus. Ist diese abgeschlossen, tritt der Beschluss nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Wir weisen an dieser Stelle bereits jetzt darauf hin, dass mit Inkrafttreten des Beschlusses die 3-jährige Übergangsfrist gemäß § 116b Abs. 8 SGB V zur ABK-RL beginnen wird.

Im Bereich der Erkrankungen mit besonderem Krankheitsverlauf wurde die Anlage 1.1 – Buchstabe b rheumatologische Erkrankungen beschlossen - in Anbetracht unterschiedlicher Vorstellungen zur Zusammensetzung des Kernteams jedoch vorerst ohne Appendix. Nachdem der Vorschlag einer von den vorherigen Konkretisierungen abweichenden Kernteamstruktur des GKV-SV mehrheitlich abgelehnt wurde, wird der Appendix jetzt zeitnah erstellt werden.

Der Beschluss des Appendix und eine entsprechende Veröffentlichung der Unterlagen sind für Mai 2017 geplant. Die Prüffrist des BMGs wird erst im Anschluss daran beginnen.

Des Weiteren wurde beschlossen, die Reihenfolge der zu beratenden Erkrankungen zu ändern. Im Bereich der Erkrankungen mit besonderem Krankheitsverlauf werden anstatt der ursprünglich geplanten Herzinsuffizienz Stadium NYHA III-IV nun die urologischen Tumore beraten. Hintergrund sind die aktuellen Beratungen im G-BA zum DMP Herzinsuffizienz Stadium NYHA I-II.

Im Bereich der seltenen Erkrankungen wird zunächst die Zusammenfassung der Primären Sklerosierende Cholangitis, die Biliären Zirrhose und der Morbus Wilson erörtert.

Sowohl über das Inkrafttreten der Anlage 2 – Buchstabe b Mukoviszidose nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger als auch über das weitere Prozedere zur Anlage 1.1. – Buchstabe b rheumatologische Erkrankungen werden wir zeitnah informieren.