Das IQWiG hat aktuell den oben genannten Vorbericht veröffentlicht. Bis zum 22.09.2016, 12:00 Uhr können Interessierte hierzu beim IQWiG Stellung nehmen.

Die Bewertung der Verfahren zur Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR-Messung) bei koronarer Herzkrankheit basiert auf einem Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 24.09.2015. Inhalt dieses Auftrages an das IQWiG ist die indikationsbezogene Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen Wissenstandes zum Verfahren der Messung der myokardialen Flussreserve bei koronarer Herzerkrankung.

Mit dem vorliegenden Bericht legt das IQWiG seine (vorläufige) Bewertung dar. Der spätere Abschlussbericht des IQWiG wird eine wichtige Grundlage für das Bewertungsverfahren des G-BA nach § 135 SGB V (Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen Versorgung) darstellen.

In seinem Vorbericht kommt das IQWiG zu folgendem Fazit:

Fragestellung 1: FFR-Messung bei einer indizierten PCI

„Für den kombinierten Endpunkt Tod oder Myokardinfarkt ergibt sich ein Hinweis und für den Endpunkt Myokardinfarkt ein Beleg für einen Nutzen der FFR-geleiteten Behandlungsstrategie im Vergleich zu einer FFR-unabhängigen Behandlungsstrategie. Für die patientenrelevanten Endpunkte Gesamtmortalität, kardiale Mortalität, kardialer Tod oder Myokardinfarkt, erneute koronare Revaskularisation, Angina Pectoris, Herzin-suffizienz, Gesundheitszustand und unerwünschte Wirkungen der diagnostisch-therapeutischen Strategie ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der FFR-geleiteten Behandlungsstrategie im Vergleich zu anderen Behandlungsstrategien. Für die Endpunkte Herzrhythmusstörungen, gesundheitsbezogene Lebensqualität und erneute Hospitalisierung waren keine Daten verfügbar.“

Fragestellung 2: FFR-Messung bei stabiler KHK ohne PCI-Indikation

„Für die patientenrelevanten Endpunkte Gesamtmortalität, kardiale Mortalität, Tod oder Myokardinfarkt, kardialer Tod oder Myokardinfarkt, Myokardinfarkt, Angina Pectoris, und unerwünschte Wirkungen der diagnostisch-therapeutischen Strategie ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der FFR-geleiteten Behandlungsstrategie im Vergleich zu anderen Behandlungsstrategien. Für den Endpunkt erneute koronare Revaskularisation waren die Daten nicht interpretierbar. Für die Endpunkte Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, gesundheitsbezogene Lebensqualität und erneute Hospitalisierung waren keine Daten verfügbar“.

Auch wenn der Bericht im Rahmen eines Bewertungsverfahrens nach § 135 SGB V erstellt worden ist, ist die Thematik für Krankenhäuser von Relevanz. Wir möchten Sie daher bitten, die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser kurzfristig über diesen Vorbericht und das damit verbundene Stellungnahmeverfahren zu informieren, damit auf diesem Gebiet klinisch tätige Experten den Bericht bewerten und eine fachlich dezidierte Stellungnahme abgeben können. Für die Überlassung von Kopien solcher Stellungnahmen wären wir Ihnen sehr dankbar.

Bei der Abgabe von Stellungnahmen bestehen formale Anforderungen seitens des IQWiG. Hier sind der „Leitfaden zum Stellungnahmeverfahren zu Vorberichten des Institutes“, das „Formblatt zur schriftlichen Stellungnahme zum Vorbericht“ und das „Formblatt Interessenkonflikte“ zu berücksichtigen. Der Vorbericht und die genannten Formulare sind unter

https://www.iqwig.de/de/projekte-ergebnisse/projekte/nichtmedikamentoese-verfahren/d15-02-messung-der-myokardialen-fraktionellen-flussreserve-ffr-messung-bei-koronarer-herzkrankheit.6910.html

im Internet abrufbar.