Bei der Einführung einer Früherkennungsuntersuchung von Hörstörungen bei Neugeborenen (Neugeborenen-Hörscreening) im Jahr 2008 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wurde bereits in der entsprechenden Richtlinie (Anlage 6 der Kinder-Richtlinie) festgelegt, dass das Neugeborenen-Hörscreening hinsichtlich Qualität und Zielerreichung durch eine Studie evaluiert werden soll. Bei der Prüfung nach § 94 SGB V und Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit wurde auf die Notwendigkeit der Durchführung einer Evaluation nochmals explizit hingewiesen.

Am 22.10.2013 erfolgte eine europaweite Ausschreibung dieses Auftrags zur Evaluation im EU-Amtsblatt durch den G-BA. Im Rahmen des diesbezüglichen Vergabeverfahrens hat man sich am 30.04.2014 für die Vergabe des Evaluationsauftrages an eine Bietergemeinschaft bestehend aus dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit (LGL), der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Universitätsklinikum Münster, Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (Institut für Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie) entschieden. Einzelheiten hierzu sind der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt zu entnehmen:

http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:160297-2014:TEXT:DE:HTML&src=0

Im Rahmen der Evaluation sollen insbesondere Auswertungen zur Anzahl der durchgeführten Untersuchungen, der auffälligen Erst- und Kontrolluntersuchungen, der richtig-positiven und falsch-positiven Befunde und zu Zeitpunkten von Diagnosestellung und Therapieeinleitung durchgeführt werden.

Hierzu werden zum einen Daten von den Hörscreeningzentralen, die in einigen Regionen existieren, erhoben, aber auch direkt aus den Krankenhäusern Sammelstatistiken eingeholt, zu deren jährlicher Erstellung die Leistungserbringer nach § 9 der Richtlinie bereits verpflichtet sind.

§ 9 der Anlage 6 der Kinder-Richtlinien:

(2) Zusätzlich zur Dokumentation im Gelben Heft haben die Leistungserbringer des Neugeborenen-Hörscreenings ab dem 1. Januar 2009 einmal im Kalenderjahr eine Sammelstatistik über folgende Parameter zu erstellen:

o     Gesamtzahl der Neugeborenen (nur im Krankenhaus zu erfassen)

o Anzahl der im Rahmen des Neugeborenen-Hörscreenings getesteten Neugeborenen differenziert nach TEOAE / AABR als Erstuntersuchung

o Anzahl der Neugeborenen mit auffälliger TEOAE (differenziert nach einseitig/beidseitig auffällig)

o     Anzahl der Neugeborenen mit auffälliger AABR (differenziert nach Erst- und Kontrolluntersuchung sowie nach einseitig/beidseitig auffällig)

o     Anzahl der Neugeborenen mit auffälliger TEOAE und auffälliger AABR (differenziert nach einseitig/beidseitig auffällig)

(3) Sammelstatistiken sind auf Anfrage der vom Gemeinsamen Bundesausschuss für die Evaluation bestimmten Stelle zur Verfügung zu stellen. Diese Daten können auch in Zusammenarbeit mit den länderspezifischen Screeningzentren erhoben werden.

Außerdem werden Routinedaten, z. B. der Kassenärztlichen Vereinigungen und des Statistischen Bundesamtes verwendet und es wird eine Befragung der pädaudiologischen Einrichtungen durchgeführt. Um Informationen über die Struktur des Trackingprozesses zur erhalten, sollen gegebenenfalls auch Befragungen von Trackingzentralen und Kliniken durchgeführt werden. Die Durchführung der Evaluation und damit auch die Datenerhebung werden baldmöglichst beginnen, ein Abschlussbericht wird in ungefähr zwei Jahren vorliegen.

Wir bitten Sie, diese Information an die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser weiterzuleiten, um sie auf künftige Anfragen der durchführenden Bietergemeinschaft entsprechend vorzubereiten.