Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 18. Juli 2013 den Antrag auf „Bewertung von Stents zur Behandlung von intrakraniellen arteriellen Stenosen“ (Anlage) gemäß § 137c SGB V angenommen und das diesbezügliche Beratungsverfahren gemäß 1. Kapitel § 5 der Verfahrensordnung des G-BA eingeleitet. Die Antragsstellung war durch den GKV-Spitzenverband erfolgt.

Im Rahmen seines Antrages hat der GKV-Spitzenverband auf ein Schadenspotential des Verfahrens hingewiesen, welches auch in der Diskussion über die Annahme des Bewertungsantrages im Plenum des G-BA thematisiert wurde. Den Hintergrund dafür bildet die SAMMPRIS-Studie (Chimowitz MI et al.: “Stenting versus aggressive medical therapy for intracranial arterial stenosis“, N Engl J Med 2011; 365(11): 993-1003.) zum Einsatz der Stentangioplastie zur Sekundärprävention des Schlaganfalls. Die Studie ist im Volltext unter http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1105335 zur persönlichen Nutzung frei abrufbar. In der medizinisch-wissenschaftlichen Fachwelt hat bereits eine Befassung mit den Ergebnissen dieser Studie stattgefunden. So liegt beispielsweise eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) zu diesem Thema vor (Anlage), welche auch unter http://www.neuroradiologie.de/presse/pressemitteilungen/339-stellungnahme-dae-wingspan-stent abrufbar ist. 

Gemäß § 137c überprüft der G-BA Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen einer Krankenhausbehandlung angewandt werden oder angewandt werden sollen, daraufhin, ob sie für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse erforderlich sind. Ergibt die Überprüfung, dass der Nutzen einer Methode nicht hinreichend belegt ist und sie nicht das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative bietet, insbesondere weil sie schädlich oder unwirksam ist, erlässt der G-BA eine entsprechende Richtlinie, wonach die Methode nicht mehr zulasten der Krankenkassen erbracht werden darf.

Nach Aufnahme der Beratungen wird in einem nächsten Schritt die offizielle Bekanntmachung des Beratungsthemas durch den G-BA im Bundesanzeiger erfolgen. Damit wird dann auch die Gelegenheit verbunden sein, dass Sachverständige der medizinischen Wissenschaft und Praxis, Dachverbände von Ärztegesellschaften, Spitzenverbände der Selbsthilfegruppen und Patientenvertretungen sowie Spitzenorganisationen von Herstellern von Medizinprodukten und -geräten und den gegebenenfalls betroffenen Herstellern von Medizinprodukten anhand eines (noch zu erstellenden) Fragebogens eine Stellungnahme abgeben können.

Die Beschlussunterlagen einschließlich der Antragsunterlagen können auf den Internetseiten des G-BA unter http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1784/ abgerufen werden.