Das „Café Memory“ erwartet die Patienten zum gemeinsamen Kaffee trinken an einen einladend gedeckten Tisch. Die Patienten nutzen das gemütliche Beieinander dafür, von ihren Sorgen und Ängsten zu erzählen, Alltäglichkeiten auszutauschen oder Lebenserinnerungen weiterzugeben. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen leiten die Gruppe und lockern sie zudem mit jahreszeitlich passenden Gedichten, Geschichten und Liedern auf, so dass die Patienten einen kurzeiligen Nachmittag verbringen können.

Die „Mosaik-Runde“ zeichnet sich durch ein Angebot mit unterschiedlichen Aktivitäten aus, das von Malen, Basteln, Würfelspielen über Sitzgymnastik bis hin zum Waffelbacken reicht. Auch hier hat das Zuhören und Erzählen sowie das gemeinsame Singen einen hohen Stellenwert.

Einladungsplakate in den Patientenzimmern machen Patienten und Angehörige auf die Beschäftigungsnachmittage aufmerksam. Die Angebote finden an zwei unterschiedlichen Tagen in der Zeit von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Tagesraum der geriatrischen Station statt. An den Angeboten nehmen dementiell veränderte Menschen teil, z.T. gemeinsam mit einem Angehörigen. Aber auch alte, einsame Patienten, die kaum Besuch erhalten, genießen die abwechslungsreich gestalteten Nachmittage, zu denen sich regelmäßig etwas 10 Patienten zusammenfinden.

Jeweils zwei ausgebildete ehrenamtliche Demenzbegleiter bereiten die Angebote inhaltlich vor und führen sie durch. Dies geschieht, vor allem in Hinblick auf die Auswahl der Patienten, in enger Absprache mit dem Demenzcoach, den examinierten Pflegekräften der Geriatrie sowie den Krankengymnasten und den Ergotherapeuten. Diese Mitarbeiter begleiten die Patienten zu Beginn des Beschäftigungsnachmittages in den Gruppenraum; zum Ende bringen die Ehrenamtlerinnen die Patienten zurück in ihre Zimmer.  

Im Rahmen der geriatrischen Komplexbehandlung mit einer Verweildauer von ca. 18 Tagen, nehmen manche Patienten mehrfach an den Angeboten teil. Sie schätzen das zwanglose Beisammensein sehr, da sie mit ihren Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen. Auch die Angehörigen begrüßen die Beschäftigungsangebote. In der beruhigenden Gewissheit, dass ihr Angehöriger umsorgt ist und Aufmerksamkeit und Ablenkung erfährt, können sie die Zeit z.B. für die Erledigung organisatorischer Dinge nutzen. Die Pflegekräfte berichten, dass die Patienten anschließend entspannt und zufrieden wirken, zudem aber auch „gesund“ erschöpft und müde seien. Das Angebot fördert somit einen ausgeglichenen Tag-Nacht-Rhythmus. Insgesamt beeinflussen die Beschäftigungsangebote die psychosoziale Situation der Patienten positiv, was für die Genesung einen wertvollen Aspekt darstellt.

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