Der DKG-NT Band II in seiner Fassung vom 01.01.1998 basiert auf dem aktuellen EBM 96 und wurde durch die DKG in der Vergangenheit als mögliche Alternative der Kostenerstattung eines Arztes an das Krankenhaus empfohlen, sofern dieser die Infrastruktur des Krankenhauses für die Leistungserbringung im Rahmen seiner Nebentätigkeit nutzte und die Abrechnungsgrundlage der EBM war.

Aufgrund der unterschiedlichen Systematik des derzeit noch gültigen EBM 96 und des ab dem 01.04.2005 der Rechnungslegung ambulanter Leistungen ermächtigter Krankenhausärzte zugrunde liegenden EBM 2000plus, ist ab diesem Zeitpunkt eine Anwendung des DKG-NT Band II in der jetzigen Ausgestaltung nicht mehr möglich. Aus diesem Grund sprach sich die Kommission "Leistungsentgelte" der DKG in ihrer 133. Sitzung am 26. Januar 2005 für eine Neuauflage (7. Auflage) des Tarifwerks zum 01.04.2005 aus.

Da auch nach der Einführung arztbezogener Regelleistungsvolumina gemäß den §§ 85a ff. SGB V unterschiedliche Punktwerte zur Abrechnung im vertragsärztlichen Bereich herangezogen werden (innerhalb und außerhalb des Regelleistungsvolumens sowie je Facharztgruppe), werden auch bei der Neuauflage des DKG-NT Band II auf Basis des EBM 2000plus die Allgemeinen Entgelte in Form prozentualer Teilungsverhältnisse ausgewiesen. Die Besonderen Entgelte werden weiterhin als Leerspalte geführt.

Der DKG-NT Band II ist 1993 mit der 4. Auflage der "Beratungs- und Formulierungshilfe Chefarztvertrag" eingeführt  und bis zur 6. Auflage 2002, dh. über fast 10 Jahre, als Alternative der Kostenerstattung empfohlen worden. Er ist folglich in zahlreichen Nutzungsverträgen zugrunde gelegt worden. Seit der 6. Auflage ist diese Empfehlung nur noch auf den DKG-NT Band I beschränkt.

Aufgrund der vollständigen Neukalkulation der Leistungsziffern wird es teilweise zu starken Abweichungen der für die Neuauflage des DKG-NT Band II hergeleiteten von den bisherigen Allgemeinen Entgelten kommen. Die Kommission "Leistungsentgelte" empfiehlt den Krankenhäusern daher, die Chefarzt-/Nutzungsverträge entsprechend der Formulierungshilfe in der 6. Auflage anzupassen, dh. die Kostenerstattung entweder auf Basis einer Kostenrechnung oder eines Vomhundertsatzes der Bruttoliquidationserlöse zu vereinbaren. Die Neuauflage des Tarifwerks soll demzufolge als Übergangslösung dienen, um bis zu einer Umstellung die weitere Erfüllung der eingegangenen Nutzungsverträge zu ermöglichen.