Die Höhe der Aufwandserstattung für Leistungen von Krankenhäusern im Rahmen der Organentnahme, wird durch die Vertragspartner nach § 11 Abs. 2 des Transplantationsgesetz (TPG) mit den „Durchführungsbestimmungen zur Aufwendungserstattung nach § 8 Abs. 2 des Vertrages nach § 11 Abs. 1 TPG“ geregelt. Die TPG-Vertragspartner GKV-Spitzenverband, Bundesärztekammer, Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) als Koordinierungsstelle haben die Erstattungsbeträge für das Jahr 2013 vereinbart.

Die Aufwandserstattung für die Leistungen der Krankenhäuser im Rahmen der postmortalen Organspende ist Teil des zwischen den Vertragsparteien zu vereinbarenden DSO-Budgets. Obwohl die Abstimmung der TPG-Vertragspartner über die Vereinbarung des Gesamt DSO-Budgets und der ergänzenden Vereinbarungen formal noch aussteht, besteht Einigkeit mit der DSO, dass ab dem 01. Januar 2013 bereits die neuen Beträge abzurechnen sind und die entsprechenden aktualisierten Formulare verwendet werden sollen. Sollten sich wieder erwarten Änderungen ergeben, werden wir zeitnah informieren.

Die modulare Struktur der Aufwandserstattung sowie die Definition der Aufwandspauschalen wurden gegenüber dem Jahr 2012 nicht verändert.

Die folgenden Erstattungsbeträge wurden für das Jahr 2013 vereinbart:

  • Einorgan-/Nierenentnahme 3.146 Euro
  • Mehrorganentnahme     3.900 Euro
  • Abbruch während der Intensivstationsphase wegen Ablehnung 450 Euro
  • Abbruch während der Intensivstationsphase nach Zustimmung 933 Euro
  • Abbruch im OP 3.146 Euro

Der Meldebogen zur Abrechnung der Aufwandspauschalen gegenüber den zuständigen regionalen Organisationszentralen der DSO für das Jahr 2013 sowie die Anschriften der regionalen Organisationszentralen der DSO sind als Anlagen beigefügt.

Erläuterungen zu den Erstattungsbeträgen für 2013

Seit dem Jahr 2011 ist das InEK von den TPG-Vertragspartnern mit der Durchführung der Kalkulation und Evaluation der postmortalen Organspende beauftragt. Die Verhandlung für die Aufwandserstattungen wird grundsätzlich auf der Basis der Kalkulationsergebnisse geführt.

Das InEK erläuterte, dass in der diesjährigen Kalkulation (basierend auf das Datenjahr 2011) eine deutlich breitere Datenbasis und eine verbesserte Datenqualität bei den teilnehmenden Kalkulationshäusern als im Vorjahr vorhanden gewesen sei. Die modulare Kalkulationsmethodik führe dazu, dass bei Fällen mit Organspende die einzelnen Prozessschritte eindeutig voneinander abgegrenzt und den Kostenstellengruppen zugeordnet werden können. Dadurch würde ein fehlerhafter Prozessschritt nur zur Verwerfung innerhalb der Kostenstellengruppe führen. Für die Kalkulation könnten die übrigen plausiblen Prozessschritte dennoch Verwendung finden.

Bei der „Einorgan-/Nierenentnahme“ lassen sich gegenüber der „Mehrorganentnahme“ signifikante Kostenunterschiede in den Bereichen feststellen, die aufgrund des unterschiedlichen Leistungsvolumens entstehen (OP-Bereich, der Anästhesie und der Diagnostik). Die Kosten des Einwilligungsgesprächs und der Aufrechterhaltung der Homöostase auf der Intensivstation lassen dagegen nur geringe Abweichungen im Mittelwert erkennen.

Im Ergebnis konnte anhand der Kalkulation bei „Einorganentnahmen“ ein Kostenanstieg von +133 € (+4,6%) gegenüber dem Vorjahr ermittelt werden. Bei Mehrorganentnahmen kam es zu einem Rückgang der mittleren, kalkulierten Kosten von -110 € (-3,0%).

Die Kosten bei „Abbruch während der Intensivstationsphase wegen Ablehnung“ konnten, wie bereits im Vorjahr direkt kalkuliert werden. Hier liegt eine Steigerung der kalkulierten Kosten gegenüber der Vorjahreskalkulation von +176 € (+68%) vor.

Die Kosten bei „Abbruch während der Intensivstationsphase nach Zustimmung“ und „Abbruch im OP“ konnten aufgrund der geringen Fallzahl nicht kalkuliert werden.

Nach der Erläuterung durch das InEK stellte sich die rechnerische Lösung zur Ermittlung der Kosten bei „Abbruch während der Intensivstationsphase nach Zustimmung“ als plausibel dar. Hierbei wurden die Kosten der Organentnahmen kalkuliert und die potentiell relevanten Prozessschritte verwendet.

Für die Kosten bei „Abbruch im OP“ war keine Orientierung an den Kalkulationsergebnissen möglich. Eine pragmatische Lösung bestand darin, die bisherige Herleitungssystematik fortzuführen und wie bisher die Höhe der Pauschale der „Einorganentnahme“ zu übernehmen.

Eine Kalkulation der Kosten für diagnostische kostenintensive Maßnahmen war bis auf die Koronarangiographie nicht möglich. Daher bestand zwischen den TPG-Vertragspartnern Einigkeit darin, erneut einen Pauschalbetrag in der Aufwandspauschale für die Multiorganentnahme zu berücksichtigen.

Seitens der DKG wurde in der Verhandlung eingebracht, dass die kalkulierten Beträge auf den Kostendaten des Jahres 2011 basieren und daher noch zwingend die Kostenentwicklung der Jahre 2012 und 2013 berücksichtigt werden müsse. Diese Forderung wurde vom GKV-Spitzenverband anfänglich mit der Begründung abgelehnt, dass auch die Kalkulation 2012 gegenüber der Kalkulation 2011 insgesamt keine Kostensteigerung im Gesamtvolumen aufweisen würde (mengenbereinigt) und die Hauptleistung in Form der Multiorganentnahme sogar einen Rückgang der kalkulierten Kosten um -3 % aufwiese.

Im Ergebnis konnte eine anteilige Kostensteigerung in Höhe von 3,48% gegenüber der InEK Kalkulation vereinbart werden. Der pauschale „Zuschlag für Diagnostik“ in der Aufwandspauschale für die „Mehrorganentnahme“ in der bisherigen Höhe von 200 Euro konnte ebenfalls um diesen Prozentsatz angehoben werden.