„Wie drückt ein Mensch mit Demenz seinen Willen aus? Wie kann er angemessen über die Behandlung aufgeklärt werden? Wann greift eine Patientenverfügung?“ Mit zunehmender Demenz wird es für Menschen schwieriger, ihr Grundrecht auf Selbstbestimmung wahrzunehmen. Dies kann im Klinikalltag zwischen Ärzten, Patienten, Pflegekräften, Angehörigen und gesetzlichen Vertretern zu Konflikten führen.

Der Handlungsleitfaden „Wahrung der Patientenautonomie bei Menschen mit Demenz“ gibt eine Hilfestellung, wie trotz Demenz der (mutmaßliche) Wille des Patienten erkannt werden kann und welche Konsequenzen dies für den Umgang mit Patienten mit Demenz hat. Ziel ist es, den Patienten in seiner Eigenständigkeit zu respektieren und zu unterstützen.

Albertinen-Krankenhaus

Das Albertinen-Krankenhaus ist seit Jahren engagiert, als demenzsensibles Krankenhaus ist die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit demenzkranken Pateinten seit Jahren selbstverständlich. Mit dem Projekt „Starke Angehörige, starke Patienten!“ hat das Krankenhaus nun bewusst die Angehörigen in den Mittelpunkt gestellt. Die Krankheit Demenz belastet auch die Familienmitglieder immens. Darüber hinaus ist nicht selten das Krankenhaus der Ort, an dem Betroffene und Angehörige erstmals mit der Diagnose Demenz konfrontiert werden. Zentrale Ziele des Projekts sind die Bedürfnisse und Ressourcen der Angehörigen zu erkennen, sie bestmöglich zu informieren und unnötige Belastungen für alle Beteiligten zu vermeiden. Neben einer Vielzahl von Maßnahmen würde auch ein Koordinationsbüro Demenz eingerichtet, um eine Beratungs- und Angebotsvermittlung zu gewährleisten auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Neben der bestmöglichen Versorgung der Demenzerkrankten wird die Entlastung der Angehörigen mitgedacht.

Delirscreening

Demenzkranken Menschen, aber auch andere ältere oder vulnerable Patientengruppen, sind besonders gefährdet, während eines Krankenhausaufenthaltes eine psychische Störung aufgrund körperlicher Ursachen (Delir) zu erleiden. Auslöser können etwa eine außergewöhnliche Belastung durch Unfall, Krankheit, Schmerz und Angst oder einfach der Wechsel von Örtlichkeit und vertrauter Bezugsperson sein. In der Praxis ist ein Delir oftmals nicht ohne weiters von einer Demenz zu unterscheiden. Ziel muss es daher sein, ein Delir wenn möglich zu vermeiden, ansonsten aber rasch zu erkennen und eine Therapie einzuleiten. Denn das Delir ist ein medizinischer Notfall. Das Albertinen-Krankenhaus ist an der Entwicklung geeigneter Screening-Instrumente zur Prävention und frühzeitigen Behandlung auch bei Notfallpatienten beteiligt.

Albertinen-Krankenhaus Hamburg_Aufnahme ZNA