Bei betroffenen Patientinnen und Patienten sind Aufmerksamkeit und Bewusstsein gestört. Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache und Orientierung können erheblich gestört sein. Manche Betroffene zeigen ein aktives bis aggressives Verhalten, andere werden teilnahmslos und schläfrig. Insgesamt ist die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten eingeschränkt und gleichzeitig führt ein Altersdelir für die Pflegekräfte zu einem erheblichen Mehraufwand.

Im St. Franziskus Hospital ist der Kern des Konzepts, dass die Arbeit von Altenpflegerinnen als wesentlicher Bestandteil in die Versorgung vor und nach der Operation integriert wurde. Ziel ist es so früh wie möglich zur Krankenhausaufnahme Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die eine besondere Hilfebedürftigkeit mitbringen und eine besondere Form der persönlichen Zuwendung benötigen. Die Altenpflegerin wird so schnell wie möglich hinzugezogen und begleitet die Patientin oder den Patient als Bezugsperson durch alle weiteren Voruntersuchungen. Sie gibt Hilfestellungen und begleitet auch mit in den OP-Saal und unterstützt die Anästhesie und bleibt immer anwesend. Nach der Operation begleitet die Altenpflegerin die Patientin oder den Patient in den Aufwachraum bzw. auf die Intensivstation. In den folgenden Tagen erfolgt dann die individuelle Betreuung nach dem Prinzip „Kognitives Förderung und Fordern“ mit verschiedensten Maßnahmen wie Vorlesen, Gedächtnistraining oder Ähnliches. Schließlich wird frühzeitig der Kontakt zum Sozialdienst hergestellt, um eine angepasste Rückkehr in den Alltag zu gewährleisten.

Die feste Bezugsperson vermittelt Sicherheit und kann die nötige persönliche ganzheitliche Betreuung während des Krankenhausaufenthaltes sicher stellen.

Das Konzept ist erfolgreich. Die Delirrate konnte drastisch gesenkt werden.