Die Pflegeberatung bezieht sich auf die Auswahl und die Inanspruchnahme von bundes- oder landesrechtlich vorgesehenen Sozialleistungen sowie sonstige Hilfsangebote, die auf die Unterstützung von Menschen mit Pflege-, Versorgungs- oder Betreuungsbedarf ausgerichtet sind. Der (rechtliche) Anspruch auf die Pflegeberatung wurde durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz eingeführt.

Die Pflegeberatung ist für gesetzlich und privat Versicherte allerdings unterschiedlich organisiert. Für gesetzlich Versicherte sind die in den Ländern eingerichteten Pflegestützpunkte (§ 92c SGB XI) quasi die erste Anlaufstelle. Die Aufgaben der Pflegestützpunkte liegen in der Auskunft und Beratung zur Betreuung und Pflege von Menschen mit pflegerischem Hilfebedarf und deren Angehörigen. Die für die wohnortnahe Versorgung in Betracht kommenden gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen und sonstigen medizinischen sowie pflegerischen Versorgungsangebote und die Bereitstellung sozialer Versorgungs- und Betreuungsangebote sollen in den Pflegestützpunkten koordiniert werden. Insofern sind die Pflegestützpunkte originäre Anlaufstelle für Versicherte der sozialen Pflegeversicherung und deren Angehörigen.


Demgegenüber hat der PKV-Verband beschlossen für die privat Versicherten ein eigenes Konzept zu entwickeln, das von der Compass Private Pflegeberatung GmbH (www.compass-pflegeberatung.de) umgesetzt wird. Demnach werden die Versicherten bundesweit telefonisch und/oder persönlich in der eigenen Häuslichkeit beraten bzw. informiert, Pflegestützpunkte sind nicht vorgesehen.

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz hat der Gesetzgeber ferner in § 11 Abs. 4 SGB V einen generellen Anspruch gesetzlich Versicherter auf ein Versorgungsmanagement zur Lösung von Problemen beim Übergang in die verschiedenen Leistungsbereiche eingeführt. Insofern sind durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz auch die Pflegeeinrichtungen in das Versorgungsmanagement einzubeziehen, was eine enge Zusammenarbeit mit Pflegeberaterinnen und Pflegeberatern nach dem vorgenannten § 7a SGB XI nach sich zieht.