Die mittlerweile abgeschlossene Studie wurde nunmehr auf die Homepage des BMG gestellt und ist unter

http://www.bmg.bund.de/cln_179/nn_1168258/sid_9D994C70A521EC59F3B93D9373CED442/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/H/Glossar-Heilberufe/Gutachten-Heilberufe.html?__nnn=true

abrufbar.

Die Studie stellt die in Deutschland entwickelten oder in der Entwicklung befindlichen Berufsbilder in den technischen Assistenzberufen dar, führt eine quantitative sowie qualitative Analyse zum Bedarf von neuen Berufen und zusätzlichen Qualifikationen durch, untersucht die vertikalen und horizontalen Durchlässigkeiten im System der vorhandenen Berufe und analysiert die Übertragbarkeit internationaler Konzepte auf Deutschland.

Als eine der zentralen Botschaften ist der Studie zu entnehmen, dass es sich bei Operationstechnischen Assistenten und Anästhesietechnischen Assistenten um zeitgemäße Gesundheitsberufe handelt, die dem Trend zur Spezialisierung in der Medizin Rechnung tragen und eine hochwertige Patientenversorgung maßgeblich unterstützen. Angesichts des großen Bedarfs und der starken Nachfrage am Arbeitsmarkt wird in der Studie explizit auf den dringenden kurzfristigen Handlungsbedarf in Bezug auf die staatliche Anerkennung des OTA-Berufs in Form eines Bundesgesetzes hingewiesen. Des Weiteren wird mit der Studie erneut aufgezeigt, dass es sich bei dem OTA-Beruf um einen verantwortungsvollen und abwechslungsreichen Beruf handelt, der attraktiv und zukunftssicher ist. Mittelfristig empfiehlt der Gutachter auch für den ATA-Beruf ein bundeseinheitliches Gesetz. Insofern sei zwischen OTA- und ATA-Ausbildung zum gegebenen Zeitpunkt über einen Common trunk nachzudenken, durch den entsprechende Synergieeffekte herbeigeführt werden können. Darüber hinaus erscheint es aus Sicht des Gutachters in hohem Maße sinnvoll, Weiterbildungen im Bereich der nichtärztlichen Chirurgieassistenz zu strukturieren und zu regeln, damit auf diese Art und Weise einheitliche Qualitätsmaßstäbe gesetzt werden können.

Für die bundesrechtlich geregelte MTA-Ausbildung (MTLA, MTRA, MTAF) wird in der Studie aufgezeigt, dass eine Aktualisierung der Ausbildungsinhalte erforderlich ist. Dies impliziert auch eine strukturelle Anpassung der Ausbildung in Bezug auf neue Lehr- und Lernstrukturen. Einen Bedarf für eine generelle Akademisierung der MTA-Berufe kann der Studie nicht entnommen werden. Vielmehr sind akademische Qualifikationen in erster Linie für ausgewählte Tätigkeiten, Positionen etc. (z.B. Leitungs- und Managementfunktionen) sinnvoll.

Vor diesem Hintergrund ist das vorliegende Gutachten aus Sicht der DKG uneingeschränkt zu begrüßen. Vor allem die klare und unmissverständliche Aussage, dass die bundesrechtliche Regelung der OTA-Ausbildung längst überfällig ist (die DKG weist schon seit mehreren Jahren darauf hin), gibt Anlass zu der Hoffnung, dass der Gesetzgeber möglichst zeitnah die erforderlichen Schritte in die Wege leitet.