Die Richtlinie wurde für die zuständigen Landesbehörden als Grundlage, auf der Qualitätssicherungsmaßnahmen bei der Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung am Menschen durchzuführen sind, geschaffen. So soll ein bundeseinheitlicher Vollzug der Strahlenschutzverordnung und Röntgenverordnung gewährleistet werden.

Gleichzeitig dient die Richtlinie aber auch den im Bereich der Röntgenverordnung / Strahlenschutzverordnung tätigen Personen als informative Erläuterung, wie die vorgeschriebene Qualitätssicherung bei der Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung am Menschen durchgeführt wird.

Die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen haben eine Mittlerfunktion zwischen der Aufsichtsbehörde einerseits und dem Strahlenschutzverantwortlichen bzw. dem anwendenden Arzt / Zahnarzt andererseits. Der Behörde gegenüber sind sie zur Übermittlung der Ergebnisse der Überprüfungen, des Abweichens vom Qualitätsstandard, der ungerechtfertigten Überschreitung der diagnostischen Referenzwerte, der Nichtbeachtung der unterbreiteten Vorschläge zur Qualitätsverbesserung sowie zur Reduktion der Patientenexposition verpflichtet. Dem Strahlenschutzverantwortlichen sollen sie Maßnahmen zur Optimierung der medizinischen Strahlenanwendung vorschlagen.

Die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen arbeiten und beurteilen auf der Grundlage der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung nach dem Stand der (Zahn-) Heilkunde und nach den Erfordernissen der medizinischen Wissenschaft. Die Beurteilung der technischen Qualität erfolgt nach Richtlinien und einschlägigen Normen sowie unter Berücksichtigung des Standes von Wissenschaft und Technik.

Die Überprüfung durch die ärztlichen und zahnärztlichen Stellen erfolgt regelmäßig, in der Regel in Zeitabständen von 1 bis 3 Jahren. Für die Überprüfung werden entsprechende Unterlagen vom Strahlenschutzverantwortlichen angefordert: für das Anwendungsgebiet medizinischer Röntgenuntersuchungen z.B. sind dies Unterlagen, die Angaben zur rechtfertigenden Indikation, Aufschlüsse über den technischen Stand der Einrichtung, die eingesetzte Untersuchungstechnik, die diagnostische Bildqualität, die Höhe der Strahlenexposition, die Einhaltung der diagnostischen Referenzwerte und die Anwendung von Strahlenschutzmaßnahmen liefern.

Welche Unterlagen die ärztlichen / zahnärztlichen Stellen anfordern können, sind unter Ziffer 5 der Richtlinie getrennt für die verschiedenen Anwendungsbereiche aufgelistet.

Nach der Überprüfung unterrichten die ärztlichen / zahnärztlichen Stellen den Strahlenschutzverantwortlichen schriftlich über das Ergebnis. Fehler und Mängel werden aufgeführt und beurteilt. Gleichzeitig werden Verbesserungsvorschläge oder Vorschläge für kurzfristige Maßnahmen und Änderungen unterbreitet sowie Konsequenzen aufgezeigt. Bei erheblichen Mängeln wird darauf hingewiesen, dass der Fehler unverzüglich zu beseitigen ist.

Die Richtlinie "Ärztliche und zahnärztliche Stellen" soll ab dem 01. März 2004 Anwendung finden.