Zentraler Punkt ist die Änderung des § 14 Abs. 4 ApoG. Nunmehr dürfen Arzneimittel von der Krankenhausapotheke auch an ermächtigte Ambulanzen des Krankenhauses, insbesondere an Polikliniken (§ 117 SGB V), an psychiatrische Institutsambulanzen (§ 118 SGB V), an sozialpädiatrische Zentren (§ 119 SGB V) und an ermächtigte Krankenhausärzte (§ 116 SGB V) zur unmittelbaren Anwendung abgegeben werden. Bei der Entlassung von Personen nach stationärer oder ambulanter Behandlung im Krankenhaus darf die zur Überbrückung benötigte Menge an Arzneimitteln aus Beständen der Krankenhausapotheke mitgegeben werden, sofern im unmittelbaren Anschluss an die Behandlung ein Wochenende oder ein Feiertag folgt.

Die weiteren Änderungen mit besonderer Relevanz für die Krankenhäuser sind:

-        § 11 Abs. 2 ApoG - neu:  Der Inhaber einer Erlaubnis zum Betrieb einer Krankenhausapotheke darf die im Rahmen seiner Apotheke hergestellten anwendungsfertigen Zytostatikazubereitungen an öffentliche Apotheken oder an andere Krankenhausapotheken abgeben. Die Abgabe dieser Arzneimittel erfolgt auf Anforderung des Inhabers einer Betriebserlaubnis der öffentlichen bzw. der anderen Krankenhausapotheke; es bedarf keiner vertraglichen Regelung.

-        § 14 Abs. 4 a ApoG - neu:  Der Leiter der Krankenhausapotheke oder ein von ihm beauftragter Apotheker hat die Ärzte des Krankenhauses über Arzneimittel zu informieren und zu beraten, insbesondere im Hinblick auf das im SGB V verankerte Wirtschaftlichkeitsgebot.

-        § 14 Abs. 6 ApoG - neu:  Hinsichtlich der Arzneimittelversorgung stehen nun auch die nach Landesrecht bestimmten Träger und Durchführenden des Rettungsdienstes Krankenhäusern im Sinne des Apothekengesetzes gleich. Die Träger und Durchführenden des Rettungsdienstes sind als eine Station im Sinne von § 14 Abs. 4 Satz 2 ApoG anzusehen. Die Berücksichtigung der Rettungsdienste trägt der bereits im wesentlichen praktizierten Verfahrensweise Rechnung, wonach Rettungsdienste von Krankenhausapotheken mit Arzneimitteln beliefert werden, obwohl Krankenhausapotheken und Rettungsdienste unterschiedliche Träger haben.

-        § 73 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 AMG - neu:  Das Arzneimittelgesetz (AMG) ist dahingehend geändert worden, dass für sogenannte Notfallarzneimittel eine Ausnahme vom Verbringungsverbot bestimmt wird, sofern Arzneimittel in Deutschland für das betreffende Anwendungsgebiet nicht zur Verfügung stehen.

Das Gesetz zur Änderung des Apothekengesetzes ist kann unter http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl102s3352.pdf eingesehen werden.