Im Folgenden soll im Einzelnen auf die durch die Änderungen der Klassifikationen für Diagnosen und Prozeduren erforderlichen inhaltlichen Richtlinienänderungen eingegangen werden.

1)    Mindestmengenregelungen gemäß § 137 Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 SGB V

In der Anlage 1 wird im Katalog der Prozeduren und Leistungen in Nummer 6 „Kniegelenk-Totalendoprothesen“ in der Zeile „5-822 Implantation einer Endoprothese am Kniegelenk“ folgender Hinweis eingefügt: „Die Implantation einer Endoprothese nach vorheriger Explantation ist gesondert zu kodieren (5-829.n)“ (Anlagen 1 und 2). Hierbei handelt es sich um eine inhaltliche Klarstellung, die die bisherige Regelung nicht verändert.

2)    Richtlinie gemäß § 137 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V über Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung bei der Indikation Bauchaortenaneurysma

In der Anlage 1 werden die Zeilen „8-842 Perkutan-transluminale Implantation von nicht medikamentenfreisetzenden gecoverten Stents (Stent-Graft)“ bis einschließlich

„8-842.54 Perkutan-transluminale Implantation von nicht medikamentenfreisetzenden gecoverten Stents (Stent-Graft): Sechs und mehr Stents. Aorta“ gestrichen. Der Hintergrund dieser Änderung ist, dass das DIMDI diese Kodes im OPS 2013 gestrichen hat. Zukünftig soll die Dokumentation dieser Eingriffe über die gleichen Kodes wie die offen chirurgische Implantation (5-38a) erfolgen. Im OPS 2013 wird dies über ein Inklusivum und ein Exklusivum an den beiden betroffenen Stellen verdeutlicht. Da die Aufnahme von Inklusiva und Exklusiva in diese Anlage bislang nicht üblich war, wurde auch jetzt darauf verzichtet (Anlagen 3 – 5).

3)    Richtlinie gemäß § 137 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der herzchirurgischen Versorgung bei Kindern und Jugendlichen

Die Liste der OPS-Codes hat dieses Jahr umfangreiche Änderungen erfahren. Der G-BA kam zu dem Schluss, dass diese Änderungen die Richtlinie nicht inhaltlich verändern und daher angenommen werden können. Diese Änderungen sind in der Anlage 6 dargestellt.

4)    Richtlinie gemäß § 137 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 SGB V über Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit hämato-onkologischen Krankheiten

In der Anlage 1 werden in der Tabelle „nicht onkologisch-hämatologische Hauptdiagnosen (Liste 2) folgende Einträge geändert:

-    Unter der Angabe „Toxische Gastroenteritis und Kolitis“ wird als Unterangabe eingefügt „Medikamenteninduzierte Gastroenteritis und Kolitis“

-    In der darauf folgenden Unterangabe werden nach dem Wort „Agens“ die Wörter „oder Medikament, wenn medikamenteninduziert“, eingefügt.

Hierbei handelt es sich um eine inhaltliche Klarstellung, die die bisherige Regelung nicht verändert (Anlagen 7 und 8).

Alle unter 1) bis 4) genannten Änderungen treten zum 01.01.2013 in Kraft.

Das Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat darüber hinaus am 18.10.2012 beschlossen, zukünftig die Entscheidungsbefugnis über Änderungen der Richtlinien des G-BA infolge von Änderungen der ICD und OPS-Klassifikationen dem Unterausschuss Qualitätssicherung zu übertragen (Anlage 9).

Alle Krankenhäuser, die Patienten aus den betroffenen Indikationsgebieten behandeln, werden gebeten, die Änderungen für sich zu prüfen und ggf. notwendige Veränderungen zu veranlassen.