Eine Entwöhnungsbehandlung sollte möglichst nahtlos im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung erfolgen, so dass weitere Rückfälle und damit auch ein Motivationsverlust zur Entwöhnung verhindert werden. Mit dem Nahtlosverfahren soll versucht werden, zukünftig Drehtüreffekte zu vermeiden und die Nichtantrittsquote einer Entwöhnungsbehandlung zu reduzieren.

Bei diesem Verfahren spielen die Krankenhäuser eine wichtige Rolle. Nur bei rechtzeitiger Einleitung durch die Ärzte und den Sozialdienst des Krankenhauses einschließlich der Organisation der nahtlosen Weiterbehandlung in Kooperation mit der voraussichtlich aufnehmenden Entwöhnungseinrichtung und den Rehabilitationsträgern wird das Nahtlosverfahren in der Praxis funktionieren. Die Handlungsempfehlungen geben Hinweise, die die Umsetzung in die Praxis auf regionaler Ebene unter Einbindung der jeweiligen Landeskrankenhausgesellschaft unterstützen sollen.

Die Umsetzung der Handlungsempfehlungen sind kein Ersatz für das Entlassmanagement nach § 39 Absatz 1a Satz 9 SGB V beim Übergang in die Versorgung nach Krankenhausbehandlung. Beispielsweise ist über die Handlungsempfehlungen hinaus die Mitgabe eines Medikationsplans (entsprechend § 31a SGB V) im Rahmen der Entlassung erforderlich.

Der Vorstand der DKG hat den Handlungsempfehlungen zum Nahtlosverfahren in seiner Sitzung am 13.06.2017 zugestimmt. Die Empfehlungen treten zum 01.08.2017 in Kraft und sind als Anlage beigefügt.