Im Jahr 2010 wurde Infolge bekannt gewordener Fälle sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Institutionen der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" eingerichtet. Hiervon ausgehend wurden Leitlinien zu Prävention, Intervention und Aufarbeitung entwickelt und ausgearbeitet. Durch einen gesellschaftlich hochrangigen Konsens in Politik und Fachpraxis wurde versucht, die Verbreitung von Schutzkonzepten und Präventionsanstrengungen in allen Institutionen und Bereichen der Gesellschaft zu befördern, in denen Kinder bzw. Jugendliche betreut werden oder denen sie anvertraut sind.

Dieser Impuls wurde vom UBSKM aufgegriffen und mündete 2011/2012 im Abschluss erster Vereinbarungen mit Spitzenverbänden und Dachorganisationen von Einrichtungen. Darauf aufbauend erweiterte der UBSKM nun den Kreis entsprechender Vereinbarungspartner.

Die Vereinbarungen beinhalten u. a. die Empfehlung zur Implementierung von Schutzkonzepten in Einrichtungen, wo Kinder und Jugendliche betreut werden. Mit den Vereinbarungen wird das Ziel verfolgt, bis Ende 2018 der vom Runden Tisch geforderten flächendeckenden Implementierung von passgenauen Schutzkonzepten in allen Einrichtungen, die haupt-, neben- und ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, einen sehr großen Schritt näher zu kommen.

Die Vereinbarung der DKG mit dem UBSKM zu Empfehlungen von Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern in Kliniken enthält im Wesentlichen folgende Punkte:

•    Aufzeigen relevanter Handlungsfelder der Einrichtungen (Kinder- und Jugendkliniken, Fachabteilungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie usw.),

•    Empfehlung zu Schutzkonzepten für Kinder und Jugendliche in Kliniken,

•    Bilanz 2012 bis 2015 – Auszug von Aktivitäten der Kliniken,

•    Vorhaben 2016 bis 2019,

•    Mitwirkung am Monitoring,

•    Unterstützung der Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“.

Daraus schlussfolgernd empfiehlt die DKG den Aufbau entsprechender Präventionskonzepte gegen sexualisierte Gewalt an Kindern in Kliniken. Dabei können zunächst auch Elemente von Schutzkonzepten implementiert werden (z. B. Verankerung des Schutzes vor sexualisierter Gewalt im Leitbild, Interventionspläne, spezifische Mitarbeiterfortbildungen, Vorlage eines Führungszeugnisses). Es empfiehlt sich, vorhandene Leitfäden zum Aufbau eines Präventionskonzeptes in Kliniken zu nutzen (Anlage 2).

Ziel dabei ist, die uns anvertrauten Kinder vor sexualisierter Gewalt in unseren Einrichtungen zu schützen sowie als Kompetenzort („Schutzraum“) für bereits betroffene Kinder wahrgenommen zu werden.

Wir bitten Sie, die Ihnen angeschlossenen Krankenhäuser zu informieren und für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.