Das Erinnerungszimmers wird genutzt um Erinnerungen und Sinneseindrücke und Emotionen bei den Demenzerkrankten hervorzurufen, da das Langzeitgedächtnis im Gegensatz zum Kurzzeitgedächtnis weniger eingeschränkt ist und zurückliegende Erinnerungen noch gut abgerufen werden können. Über das Wiedererkennen von Gegenständen, die atmosphärische Gestaltung des Zimmers, Gerüche, Musik etc., können zurückliegende Erinnerungen an zum Beispiel die eigene Jugend wiederbelebt und verschüttete Ressourcen reaktiviert und Lebensfreude geweckt werden.

Durch das Herstellen von Bezügen zur eigenen Identität werden Sicherheit und Vertrautheit vermittelt, denn vor allem die Auseinandersetzung mit der eigenen Krankheit und der individuelle Leistungsabbau führen zu Scham, Angst, Unsicherheit und Verzweiflung. Die Identifikation mit Bekanntem stärkt die emotionale Stabilität und steigert das Selbstwertgefühl jedes einzelnen Patienten. Die Erinnerungsarbeit mit den Patienten kann ihnen helfen, ihre Individualität und Persönlichkeit wiederzufinden. Denn je intensiver die Krankheit bei den betroffenen Personen ausgeprägt ist und voranschreitet, desto weniger finden sie zu sich selbst. Mittels Stabilisierung der eigenen Identität wird die Lebensqualität der Patienten erhöht und das allgemeine Wohlbefinden und die Ausgeglichenheit während des Krankenhausaufenthalts verbessert.

Durch die Aktivierung auf emotionaler Ebene kann die Beziehungsarbeit verbessert und daraus folgend die Pflege und Behandlung unterstützt und erleichtert werden und als Basis für die Therapie mit Demenzerkrankten dienen.