• die Meldung möglicher Spender, bei denen der irreversible Hirnfunktionsausfall festgestellt wurde;

• die Überprüfung der Spenderidentität;

• die Überprüfung der Einzelheiten der Einwilligung des Spenders oder der Zustimmung anderer Personen;

• die Überprüfung des Abschlusses der Organ- und Spendercharakterisierung;

• die Sicherstellung, dass die Angaben zur Organ- und Spendercharakterisierung das Transplantationszentrum, bei vermittlungspflichtigen Organen die Vermittlungsstelle (ET), rechtzeitig erreichen;

• die Entnahme, Konservierung, Verpackung und Kennzeichnung von Organen;

• den Transport der Organe, um ihre Unversehrtheit während des Transports und eine angemessene Transportdauer sicherzustellen;

• die Sicherstellung der Rückverfolgung nach § 13 Absatz 1 TPG und

• die Sicherstellung der unverzüglichen Meldung schwerwiegender Zwischenfälle und unerwünschter Reaktionen und der in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen.

Nach Beratung im Bundesfachbeirat und Prüfung durch die TPG-Auftraggeber und den Verband der Privaten Krankenversicherungen werden die Verfahrensanweisungen am 5. November 2015 in Kraft treten (Anlage). Die DSO sieht eine begleitende Publikation im Deutschen Ärzteblatt und in „Das Krankenhaus“ vor.

Entstanden sind insgesamt 7 Verfahrensanweisungen (VA) und 11 dazugehörige Anlagen. Ergänzend soll im nächsten Jahr ein überarbeiteter „Leitfaden Organspende“ zur Verfügung gestellt werden.

Von besonderer Relevanz für Entnahmekrankenhäuser sind die Verfahrensanweisung zur Meldung möglicher Spender, die Verfahrensanweisung zur Überprüfung der Spenderidentität und die damit verbundene Sicherheits-Checkliste Organentnahme, die Verfahrensanweisung zur Überprüfung der Einzelheiten der Einwilligung des Spenders oder der Zustimmung anderer Personen und der damit verbundene Muster-Dokumentationsbogen für das Angehörigengespräch sowie die Verfahrensanweisung zur Organ- und Spendercharakterisierung.

Hinweisen möchten wir Sie darauf, dass, soweit die Anamnese und körperliche Untersuchung nicht durch einen ärztlichen DSO-Koordinator vorgenommen werden kann, sie durch einen Arzt des Entnahmekrankenhauses durchzuführen ist. Dieser wird hierbei durch den DSO-Koordinator unterstützt. Die Befunde sind zu dokumentieren und der Koordinierungsstelle zur Verfügung zu stellen (siehe Anamnesebogen und Befundbogen Organspender, d. h. Anlage 4 und 5 der VA). Auch bitten wir um besondere Beachtung der Dokumentation von Ablauf, Inhalt und Ergebnis der Beteiligung der Angehörigen oder gleichgestellter Personen (Anlage 3 VA) sowie der Sicherheits-Checkliste Organentnahme (siehe Anlage 2 VA). Bei letzterer sind u. a. mehrere Schritte zur Überprüfung der Spenderidentität, des Vorliegens vollständiger Untersuchungsbefunde sowie ein Team Time Out vorgesehen und durch mehrere Beteiligte unterschriftlich zu bestätigen.

Eine weitere Verfahrensanweisung verfolgt das Ziel, die qualifizierte Organentnahmeoperation und den Transport von Organen zur Transplantation zu regeln. Zur Dokumentation sind die entsprechenden Organ Reports (Anlage 6 VA) vom Entnahmechirurgen zu verwenden. Für den verantwortlichen Transplantationschirurgen im Transplantationszentrum gilt, dass eine Dokumentation auf den entsprechenden Organ Quality Forms (Anlage 7 VA) verpflichtend ist. Dies unabhängig davon, ob das vermittelte Organ transplantiert, weitervermittelt oder verworfen wurde. Dieses Dokument soll innerhalb einer Woche an die Koordinierungsstelle gesendet werden.

Gemäß TPG-Organverordnung müssen sogenannte schwerwiegende Zwischenfälle und schwerwiegende unerwünschte Reaktionen bei der Koordinierungsstelle gemeldet werden. Zur Sicherstellung einer unverzüglichen Meldung und der in diesem Zusammenhang getroffenen Maßnahmen auf der Grundlage der Rechtsverordnung nach § 13 Absatz 4 TPG wurde ebenfalls eine Verfahrensanweisung erstellt. Auch hier bitten wir um entsprechende Beachtung, z. B. hinsichtlich der zur Meldung verpflichteten Einrichtungen und Personen.

In der praktischen Anwendung der Verfahrensanweisungen muss sich nun herausstellen, inwieweit die Zusammenarbeit auf dieser Basis funktioniert und ob ggf. Modifikationen erforderlich werden. Sollte sich aus Ihrer Sicht der Bedarf von Anpassungen herausstellen, bitten wir um entsprechende Rückmeldung.