Wir möchten Sie darüber informieren, dass in der Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes vom 8. Februar 2013 (Dtsch Arztebl 2013; 110(6): A 241-242) die Richtlinien-Änderungen zur Einführung der interdisziplinären Transplantationskonferenz (besondere organspezifische Teile) veröffentlicht worden sind. Verantwortlich für die Erstellung von Richtlinien für die Wartelistenführung und die Organvermittlung ist die Bundesärztekammer. Die Richtlinienänderungen treten einen Monat nach Veröffentlichung im Ärzteblatt in Kraft. Die vollständigen Druckfassungen dieser Veröffentlichung sind im Internet abrufbar unter: www.aerzteblatt.de/13241.

Die Richtlinien nach § 16 Absatz 1 Satz 1 Nummern 2 und 5 TPG enthalten Festlegungen zur Wartelistenführung und Organvermittlung aller vermittlungspflichtigen Organe (Herz, Lunge, Leber, Niere, Pankreas, Dünndarm). Jede dieser Richtlinien enthält einen identischen allgemeinen (Teil I und II) und einen organbezogenen speziellen Teil III.

Entscheidungen zur Führung der Wartelisten der Transplantationszentren müssen seit 9. Dezember 2012 von einer interdisziplinären Transplantationskonferenz getroffen werden. Die Konferenz muss, neben den direkt beteiligten operativen und konservativen Disziplinen, mindestens einen Vertreter einer vom ärztlichen Direktor benannten Disziplin ohne unmittelbare Verbindung zur Transplantationsmedizin aufweisen. Die Mitglieder sind der Vermittlungsstelle namentlich zu melden und zeichnen für alle Entscheidungen der Transplantationskonferenz verantwortlich. Die für alle vermittlungspflichtigen Organe geltenden Anforderungen wurden zunächst gleichlautend in den Allgemeinen Teilen (I) der jeweiligen Richtlinie verändert.

Mit der jetzigen Änderung wird die interdisziplinäre Transplantationskonferenz in den organbezogenen Richtlinienteilen näher geregelt. Es wurde festgelegt, welche Fachdisziplinen für welche organspezifischen Transplantationskonferenzen benannt werden müssen. Weiterhin wurde entschieden, welche weiteren Fachdisziplinen darüber hinaus zur Entsendung von Vertretern in die Konferenz in Betracht kommen.

Als besondere Regelung zur Lebertransplantation wurde aufgenommen, dass die allokationsrelevanten Befunde einschließlich der vom Laborarzt bestätigten Laborwerte von der Transplantationskonferenz auf Plausibilität geprüft und bestätigt werden müssen.

Der gesamte Wortlaut der jeweils geltenden Richtlinien ist im Internet abrufbar unter: http://baek.de/page.asp?his=7.45.8858.8870.