Im Ergebnis ist aus Sicht des ABAS festzustellen, dass die zurzeit angebotenen Shunt-Punktionskanülen für die Dialyse mit eingebautem Sicherheitsmechanismus den Shunt auf verschiedene Weise gefährden und daher die Sicherheit der Patienten nicht gewährleisten können.

Ergänzend dazu hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) das Raster einer Gefährdungsbeurteilung für das Dekonnektieren von Shuntkanülen veröffentlicht (Anlage).

Die BGW empfiehlt darin die Anwendung einheitlicher Instrumente zur Shuntpunktion innerhalb einer Dialyseeinrichtung. Dabei hat der Einsatz geeigneter sicherer Systeme Vorrang von herkömmlichen Systemen. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass die auf dem Markt befindlichen Instrumente mit Sicherheitsmechanismus, die nach Ziffer 7 des Punktes 4.2.4 der BGR/TRBA/ 250 geforderten Eigenschaften nicht erfüllen, können bis zur Entwicklung geeigneter sicherer Systeme herkömmliche Instrumente – unter Beachtung angepasster Sicherheitsmaßnahmen – weiter verwendet werden. Das Raster gibt Hilfestellung für die Gefährdungsermittlung.

Ferner weist die BGW darauf hin, dass die Gefährdungsbeurteilung auf dem Laufenden zu halten ist, und dass dies vor allen Dingen die ständige Marktbeobachtung mit einschließt, falls zwischenzeitlich für die Anwendung geeignete sichere Systeme zur Verfügung stehen. Nach derzeitigem Stand (Mai 2010) sind solche Systeme jedoch nicht verfügbar und daher sind herkömmliche Shuntkanülen zu verwenden. Die BGW empfiehlt halbjährlich zu überprüfen, ob es auf dem Markt weiterentwickelte sichere Systeme gibt, die die beschriebenen Merkmale, die Patienten gefährden können, nicht mehr aufweisen.