Obwohl der endgültige Wortlaut der neuen Empfehlung derzeit noch erörtert wird, hat sich das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen entschlossen, bereits jetzt deren Wortlaut im Verkehrsblatt Nr. 15 vom 15.08.2003 zu veröffentlichen. Hierdurch soll den betroffenen Kreisen ermöglicht werden, sich schon vor dem Inkrafttreten mit den entsprechenden Vorschriften auseinanderzusetzen, da diese Empfehlung das geltende Gefahrgutbeförderungsrecht - wahrscheinlich ab 2005 - ergänzen wird.

Die Empfehlung enthält Regelungen zur Abwehr terroristischer Gefahren, insbesondere die Forderung nach Aufstellung eines Sicherungsplanes für die an der Beförderung besonders gefährlicher Stoffe beteiligten Unternehmen.

Im Anhang des neuen Kapitels werden die Güter aufgelistet, die als gefährliche Güter mit hohem Gefahrenpotential eingestuft werden, d.h. solche Güter, bei denen die Gefahr eines Missbrauchs zu terroristischen Zwecken besteht.

Unter Klasse 6.2 (ansteckungsgefährliche Stoffe) werden hier Stoffe der Kategorie A aufgeführt. Kategorie A umfasst ansteckungsgefährliche Stoffe, die ein einer Form befördert werden und die bei einer Exposition in der Lage sind, bei Menschen und Tieren eine dauerhafte Behinderung oder eine lebensbedrohende oder tödliche Krankheit hervorzurufen.

In diesem Zusammenhang möchten wir schon jetzt darauf hinwiesen, dass das ADR 2005 nicht wie bisher eine Einteilung der angsteckungsgefährlichen Stoffe der Klasse 6.2 in 4 Risikogruppen enthalten wird, sondern eine Einteilung in die Kategorien A und B, wobei Kategorie A im wesentliche Erreger der Risikogruppe 4 umfasst, aber auch Kulturen von Erregern der Risikogruppe 2 und 3.