• die Neufassung der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien",
  • die Änderungen und Ergänzungen der TRBA 450 "Einstufungskriterien für biologische Arbeitsstoffe",
  • die Änderungen und Ergänzungen des Beschlusses 602 "Spezielle Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen durch BSE/TSE-Erreger",
  • die Änderungen und Ergänzungen des Beschlusses 603 "Empfehlungen der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere und für die Probeentnahme und die Durchführung diagnostischer Arbeiten im Rahmen der epidemiologischen BSE- und Scrapie-Überwachungsprogramme sowie der Untersuchung konkreter Verdachtsfälle",
  • die neue TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen",
  • die neue TRBA 464 "Einstufung von Parasiten in Risikogruppen"
  • den neuen Beschluss 604 "Sicherheitstechnische Anforderungen bei der Milzbranddiagnostik"

Krankenhausrelevant sind insbesondere der neue Beschluss 604 und die Neufassung der TRBA 100.

Über den Entwurf des jetzt veröffentlichten Beschlusses 604 haben wir im Januar 2002 informiert.

Bei der Neufassung der TRBA 100 "Schutzmaßnahmen für gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in Laboratorien" handelt es sich um die Erweiterung der bestehenden TRBA 100 um Anforderungen an nicht gezielte Tätigkeiten.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung wird festgelegt, dass bei nicht gezielten Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen das mögliche Spektrum an biologischen Arbeitsstoffen zu ermitteln bzw. abzuschätzen ist und danach soll, wenn möglich, eine Zuordnung der Tätigkeit zu einer Schutzstufe erfolgen. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass der biologische Arbeitsstoff mit der höchsten Risikogruppe nicht unbedingt für die Zuordnung zu einer Schutzstufe maßgebend ist, sondern die ermittelte Gesamtgefährdung. Dabei ist nach dem Grundsatz der Vergleichbarkeit mit gezielten Tätigkeiten zu verfahren.

Die DKG hat in ihrer Stellungnahme zu dem Entwurf der neuen TRBA 100 (Stand 6/2001) darauf hingewiesen, dass aus unserer Sicht, trotz der oben wiedergegeben generellen Anmerkungen zur Gefährdungsbeurteilung, die Zuordnungen zu den Schutzstufen überzogen sind. Unter Abschnitt 6.1.2 werden humane Probenmaterialien, deren Infektionsstatus nicht weiter charakterisiert ist und die damit als potenziell infektiös anzusehen sind, der Schutzstufe 2 zugeordnet. Da jedoch die Gewährleistung allgemeiner Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen zum Schutz des Laborpersonals selbstverständlich ist, hätte unserer Ansicht nach, bei ungezielten Tätigkeiten eine Zuordnung zu der Schutzstufe 1 ausgereicht.

Entsprechend der generellen Zuordnung von Proben mit unbekanntem Infektionsstatus zu Schutzstufe 2 wird Probenmaterial bei bekannter Infektion mit HIV, HBV und HCV der Schutzstufe 3 zugeordnet. Da im Wesentlichen der Schutzstufe 3 jedoch Tätigkeiten zugeordnet werden, bei denen zusätzliche Gefahren durch die Möglichkeit der Übertragung der Erreger auf dem Luftweg oder über das Abwasser bestehen und bekanntlich HIV, HBV und HCV nicht auf diesem Wege übertragen werden, haben wir in unserer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass uns auch diese Einstufung nicht gerechtfertigt scheint.

Leider sind diesbezüglich die Anregungen der DKG nicht berücksichtigt worden.

So wird in Abschnitt 6.1.2 Absatz 2 bei ungezielten Tätigkeiten mit Proben bei bekannter HIV-, HBV- bzw. HCV-Infektion auf die TRBA 105 "Sicherheitsmaßnahmen bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3**" verwiesen. Da diese eigentlich nur für gezielte Tätigkeiten gilt, soll überprüft werden, ob in Abhängigkeit vom Expositionsrisiko bei den zu verrichtenden ungezielten Tätigkeiten ein mit gezielten Tätigkeiten der Schutzstufe 3 vergleichbare Gefährdung vorliegt, so dass die Sicherheitsmaßnahmen der Schutzstufe 3 entsprechend TRBA 105 auch für nicht gezielte Tätigkeiten anzuwenden sind.

Es gibt allerdings die Einschränkung, da HIV, HBV und HCV der Risikogruppe 3** zugeordnet werden, dass nicht alle Sicherheitsmaßnahmen der Schutzstufe 3 vollumfänglich zu erfüllen sind. Nicht gefordert werden daher:

  • Unterdruck,
  • Abluftfiltration der Raumluft mit Hochleistungsschwebstofffiltern (wenn die Arbeiten in einer Sicherheitswerkbank oder einem geschlossenen System durchgeführt werden),
  • Autoklav vor Ort,
  • generelle Inaktivierung der Abfälle und Abwässer,
  • Abdichtbarkeit zum Zwecke der Begasung,
  • Personenschleuse (sofern sie nicht in organismenspezifischen Tabellen gefordert wird).

Bezüglich der Handhabung potentiell infektiöser und nachgewiesen infektiöser Abfälle konnte aufgrund der Intervention der DKG erreicht werden, dass die bisher praktizierten Verfahrensweisen auch weiterhin gewährleistet sind. Diese Abfälle sind gemäß Abschnitt 5.3 Absatz 13 zu behandeln d.h. sie müssen inaktiviert bzw. sterilisiert werden und zwar mittels eines Autoklaven, der hierfür im selben Gebäude des Laboratoriums vorhanden sein muss, oder einer sachgerechten Entsorgung zuzuführen.