1. Bekanntmachung der diagnostischen Referenzwerte für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen (veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 143 vom 5. August 2003)

Beide Verordnungen dienen der Umsetzung der Europäischen Patientenschutz-Richtlinie (97/43/EURATOM) in nationales Recht. In die Patientenschutz-Richtlinie wurde seinerzeit ein Konzept der nationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) über diagnostische Referenzwerte (DRW) aufgenommen, wodurch die Mitgliedstaaten verpflichtet wurden, dieses Konzept ebenfalls in ihr nationales Strahlenschutzrecht zu übernehmen. Entsprechend enthält die Röntgenverordnung in § 16 Abs. 1 und die Strahlenschutzverordnung in § 81 Abs. 2 die Forderung, bei der Untersuchung von Menschen diagnostische Referenzwerte (DRW) zugrunde zu legen, die durch das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht werden.

In der Röntgendiagnostik dienen die veröffentlichten DRW den Ärzten als obere Richtwerte und diese sind gehalten, die Untersuchung so zu optimieren, dass die DRW im Mittel nicht überschritten werden. Da die Dosis einer Untersuchung jedoch von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, stellen die DRW keine Grenzwerte für einzelne Patienten / Untersuchungen dar.

Für (konventionelle) Röntgenaufnahmen sind die DRW in verschiedenen Messgrößen angegeben, als Dosisflächenprodukt, Einfallsdosis und Oberflächendosis, wodurch berücksichtigt wurde, dass je nach technischer Ausstattung der Röntgeneinrichtung unterschiedliche Messgrößen erfasst werden. Die DRW für Durchleuchtungsuntersuchungen sind als Flächendosisprodukt angegeben, die für die Computertomographie als Werte des gewichteten CT-Dosisindex und des Dosislängenprodukts. Für pädiatrische Röntgenuntersuchungen ist das Dosisflächenprodukt für jeweils mehrere Altersgruppen zusammengestellt.

Im Gegensatz dazu stellen die DRW in der nuklearmedizinischen Diagnostik keine oberen Richtwerte, sondern "Optimalwerte" dar; sie geben die für eine gute Bildqualität notwendige Aktivität an und sollen bei Standardverfahren und Patienten appliziert werden. Die Tabellen 5 und 6 enthalten die DRW für häufige nuklearmedizinische Untersuchungen für Erwachsene und als Bruchteil der angegebenen Erwachsenenaktivität in Abhängigkeit vom Körpergewicht für pädiatrische Untersuchungen.

Die Einhaltung der DRW wird durch die Ärztlichen Stellen überprüft werden. Einzelheiten hierzu wird die noch zu veröffentlichende Richtlinie "Ziele und Anforderungen an die Ärztlichen und Zahnärztlichen Stellen" enthalten.

 

2. Bekanntmachung einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission: Anforderungen an Personendosimeter

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat im Bundesanzeiger Nr. 112 vom 21. Juni 2003 eine Empfehlung der Strahlenschutz-Kommission zu Anforderungen an Personendosimeter bekannt gemacht.

Die Empfehlung enthält die wichtigsten physikalisch-technischen Mindestanforderungen an Personendosimeter, die bei der Entwicklung, der Herstellung, der Prüfung, bei Ausgabe und Auswertung zu Grunde zu legen sind. Sie bezieht sich auf Personendosimeter, die im Rahmen der physikalischen Strahlenschutzkontrolle nach der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung zur Messung der Personendosis eingesetzt werden.