Hintergrund ist der Beschluss des G-BA vom 17.02.2011 zur Eingruppierung des Antidepressivums Escitalopram (Cipralex®) in eine gemeinsame Festbetragsgruppe mit Citalopram. Der Beschluss wurde durch das BMG nicht beanstandet und ist am 22.04.2011 in Kraft getreten. Daraufhin hat der GKV-Spitzenverband wirkstärken- und packungsgrößenbezogene Festbeträge festgesetzt, die zum 01.07.2011 in Kraft treten werden. Aktuell hat die Herstellerfirma Lundbeck darüber informiert, dass der Abgabepreis von Escitalopram deutlich über dem ab 01.07.2011 gültigen Festbetrag liegt und nicht auf das Festbetragsniveau abgesenkt wird. Da die Krankenkassen ab dem 01.07.2011 die Kosten von Escitalopram nur noch bis zur Höhe des Festbetrages erstatten, müssen gesetzlich Versicherte nach Herstellerangaben mit einer durchschnittlichen Aufzahlung von 1,50 Euro pro Tag rechnen. Nach aktuellem Preisstand bedeutet dies, dass gesetzlich Versicherte beim Einlösen des Rezeptes in der Apotheke eine Aufzahlung von bis zu 200 Euro pro Packung leisten müssen.

Vor diesem Hintergrund empfehlen wir bei Verordnung von Escitalopram im Rahmen der ambulanten Behandlung oder bei Einstellung eines Patienten im Rahmen der stationären Versorgung die Versicherten über diese erhebliche finanzielle Beteiligung zu informieren. Gegebenenfalls ist auch die Verordnung bzw. Abgabe eines pharmakologisch-therapeutisch vergleichbaren Präparates zu prüfen.