Danach sind die lang wirkenden Insulinanaloga Insulin glargin und Insulin detemir zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 nicht verordnungsfähig, solange sie - unter Berücksichtigung der notwendigen Dosierungen zur Erreichung des therapeutischen Zieles - mit Mehrkosten im Vergleich zu intermediär wirkendem Humaninsulin verbunden sind. Der Beschluss basiert auf einem Nutzenbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), der keinen Beleg für einen Zusatznutzen der lang wirkenden Insulinanaloga gegenüber Humaninsulin festgestellt hat.

Für Patienten mit einer Allergie gegen intermediär wirkende Humaninsuline bleibt die Verordnungsfähigkeit bestehen.

Weiterhin besteht in Einzelfällen die Möglichkeit bei Patienten, bei denen im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie auch nach individueller Therapiezielüberprüfung und individueller Anpassung des Ausmaßes der Blutzuckersenkung ein hohes Risiko für schwere Hypoglykämien bestehen bleibt, Insulin glargin zu verordnen. Mit dieser zweiten

Ausnahmeregelung trägt der G-BA einem vom IQWiG festgestellten Hinweis auf einen Vorteil von Insulin glargin bezüglich schwerer Hypoglykämien und der besonderen Tragweite schwerer Hypoglykämien Rechnung.
Der aktuelle Beschluss wird u.a. über die Regelungen des § 115c Abs. 2 SGB V Einfluss auf die Arzneimittelversorgung im Krankenhaus haben. Allerdings ist zu erwarten, dass analog zum Geschehen im Nachgang des G-BA-Beschlusses zur Verordnungseinschränkung der kurz wirkenden Insulinanaloga im Jahr 2006 durch Abschluss von Rabattverträgen zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern die Verordnungsfähigkeit im vertragsärztlichen Bereich faktisch flächendeckend wiederhergestellt wird. In der Folge würden sich die Auswirkungen auf den stationären Bereich ebenfalls begrenzen.

Der Beschluss und die zugehörigen tragenden Gründen sind auf den Informationsseiten des G-BA veröffentlicht und können unter

http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/#1109/

eingesehen werden. Der Beschluss bedarf noch einer Prüfung nach § 94 SGB V und tritt im Falle einer Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.