Die Neuregelungen des Gesetzes zielen darauf ab, dass Leistungserbringer vor dem Hintergrund überproportionaler Ausgaben im Arzneimittelbereich kurzfristig einen Betrag zu Stabilisierung der GKV-Arzneimittelkosten erbringen. Dies wird wesentlich durch die zeitlich begrenzte Anhebung des Apothekenrabatts sowie die Ausweitung der aut-idem-Regelung (Abgabe von wirkstoffgleichen Arzneimitteln durch die Apotheken) versucht zu erreichen. Darüber hinaus können die Neuregelungen zur Preisvergleichsliste auf die Arzneimittelkosten im Marktsegment der Analogpräparate ebenso wirken.

Für den Krankenhausbereich ist insbesondere der neue § 115 c SGB V "Fortsetzung der Arzneimitteltherapie nach Krankenhausbehandlung" von Bedeutung. Er sieht für die Krankenhäuser vor, dass das Krankenhaus dem weiterbehandelnden Vertragsarzt Therapievorschläge unter Verwendung der Wirkstoffbezeichnungen mitzuteilen hat, wenn im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung die Verordnung von Arzneimitteln erforderlich ist. Falls preisgünstigere Arzneimittel mit pharmakologisch vergleichbaren Wirkstoffen oder therapeutisch vergleichbarer Wirkung verfügbar sind, ist mindestens ein preisgünstiger Therapievorschlag anzugeben. Abweichungen davon sind in medizinisch begründeten Ausnahmefällen möglich.

Aus Sicht der DKG ist die Mitteilung von Therapievorschlägen unter Verwendung der Wirkstoffbezeichnungen nicht problematisch. Die DKG hat hierzu bereits im Jahr 1990 eine dreiseitige Rahmenempfehlung gemäß § 115 Abs. 5 SGB V abgeschlossen, die auf Landesebene vertraglich umgesetzt ist. Die DKG hatte sich jedoch in ihrer Stellungnahme zum AABG gegen die Verpflichtung der Krankenhäuser ausgesprochen, preisgünstigere Therapievorschläge anzugeben. Der Gesetzgeber ist dem nicht gefolgt.

Sollte in Ihrem Bereich zu dieser Thematik bereits erste Erfahrungen bzw. Vorstellungen zur Umsetzung des Gesetzes vorliegen, wären wir um kurzfristige Rückäußerungen dankbar.