Es erfolgte eine Konkretisierung, dass Hausärzte zum Ausstellen von Medikationsplä-nen verpflichtet sind, Vertragsärzte der fachärztlichen Versorgung nur dann, wenn der Versicherte keinen Hausarzt hat. Der erstausstellende Arzt ist auch zur weiteren Aktualisierung verpflichtet. Gesetzlich verpflichtet zur Aktualisierung sind weiterhin Apotheken bei der Abgabe eines Arzneimittels, sofern der Patient dies wünscht.

Weiterhin sind auch die Honorarverhandlungen auf der Bundesebene abgeschlossen. Die Regelungen zur Vergütung sehen vor, dass bei chronisch Erkrankten die Vergütung für den Hausarzt über einen Zuschlag zur Chronikerpauschale erfolgt und zwar unabhängig davon, ob ein Medikationsplan ausgestellt oder aktualisiert wird. Bei nicht chronisch Erkrankten kann die Erstellung als Einzelleistung einmal jährlich abgerechnet werden, die Aktualisierung wird nicht gesondert vergütet. Bei den Fachärzten gibt es je nach Fachgruppe differenzierte Regelungen zu Zuschlägen zur Grundpauschale. Für onkologische Patienten, Schmerzpatienten sowie Patienten mit einer Organtransplantation ist für bestimmte Fachgruppen eine Einzelleistungsvergütung vorgesehen, Details sind unter www.kbv.de/Aktuell/Praxisnachrichten/Medikationsplan zu finden.

Neben der Klarstellung zur Verpflichtung bestätigen auch die Vergütungsregelungen die bereits in den bisherigen Rundschreiben geäußerte Auffassung der DKG, dass die Regelungen zum Medikationsplan in erster Linie den niedergelassenen Bereich betreffen und für Ambulanzen sowie für ermächtigte Ärzte lediglich eine Option darstellen. Die Aussage auf den KBV-Seiten, dass „Ärzte in Krankenhäusern“ den Medikationsplan aktualisieren können, ist keineswegs so zu verstehen, dass diese in der Lage sein müssen, den Plan zu aktualisieren. Eine rechtliche Verpflichtung zur Anschaffung von entsprechenden Softwaremodulen, Barcode-Scannern und ggf. Druckern besteht somit nicht. Die Entscheidung über die Anschaffung dieser Ausstattung sollte im Einzelfall unter fachlichen und organisatorischen Aspekten getroffen werden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, ob die Nutzung der auf dem Medikationsplan enthaltenen Daten für die jeweilige Einrichtung möglich und sinnvoll ist.

Für Ambulanzen, die eine koordinierende Funktion in der Arzneimitteltherapie wahr-nehmen, kann es unabhängig von der rechtlichen Verpflichtung aus fachlicher Sicht sinnvoll sein, Medikationspläne für Patienten zu erstellen.

Eine Entscheidung hierüber muss nach Einschätzung der DKG nicht kurzfristig getroffen werden, Sanktionsregelungen sind weder im Gesetz, noch in den Verträgen vorgesehen. Hier können die weiteren Entwicklungen und Erfahrungen mit dem Medikationsplan durchaus noch abgewartet werden. Handlungsleitend könnte die Regelung in § 31a Abs. 3 S. 3 und 4 SGB V sein. Um eine Aktualisierung der Daten des Medikationsplans technisch zu unterstützen und zu erleichtern, sollen ab dem 1. Januar 2019 die Daten des Medikationsplans gem. § 291a Abs. 3 S. 1 Nr. 3 SGB V zusätzlich zur Papierform auch elektronisch mittels der elektronischen Gesundheitskarte zur Verfügung gestellt werden, sofern der Versicherte dies wünscht. Hierfür muss allerdings die Telematikinfrastruktur zur Verfügung stehen, die gegenwärtig erst noch mit der Funktion eines elektronischen Versichertenstammdatenmanagements erprobt werden soll. Mit späterer Einführung des Medikationsplans auf der elektronischen Gesundheitskarte könnte diese Anwendung zu einer interessanten Option für die Krankenhäuser werden.

Bisher liegen Informationen zu den Einigungen nur auf der Internetseite der KBV vor, die Vertragsdokumente selbst sind noch nicht veröffentlicht, diese werden wir Ihnen zeitnah übermitteln, sobald sie veröffentlicht sind, ggf. zusammen mit ergänzenden Informationen.