Die Vereinbarung zu den Inhalten und zur Fortschreibung des Medikationsplans, die von KBV, Bundesärztekammer und Deutschem Apothekerverband getroffen wurde, war laut Gesetz im Benehmen mit der DKG zu treffen. Die DKG hat daher im Benehmensverfahren nochmals eingebracht, dass die verwendeten Spezifikationen und Vorgaben aus Gründen der Interoperabilität auch bei der Anwendung im Krankenhaus angewandt werden sollen, soweit dies auf freiwilliger Basis erfolgt.

Zunächst handelt es sich beim Medikationsplan um einen papiergebundenen Plan, der mit einem Barcode versehen ist, durch den die enthaltenen Informationen über einen Scanner eingelesen und ggf. in ein vorhandenes Informationssystem eingelesen werden können. Ab dem 01.01.2019 sollen die Daten zusätzlich auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Die entsprechende Umsetzung in der Telematikinfrastruktur erfolgt durch die gematik.

Verpflichtungen, die sich aus der gesetzlichen Regelung ergeben, betreffen bislang nur den ambulanten Bereich und somit im Krankenhaus nur Ärzte, soweit sie an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen. So ist jeder an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt verpflichtet, bei der Verordnung eines Arzneimittels den Versicherten, der einen Anspruch auf einen Medikationsplan nach § 31 a SGB V hat, über diesen Anspruch zu informieren.

Gemäß der getroffenen Vereinbarung erfolgt die erstmalige Erstellung des Medikati-onsplans in der Regel durch den Hausarzt oder in den Fällen, in denen der Versicherte keinen Hausarzt in Anspruch nimmt, durch den behandelnden Facharzt. Aktualisierungen des Medikationsplans können insbesondere auch von weiteren an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzten sowie in Einrichtungen der Krankenversorgung vorgenommen werden. Hier wird der Gesetzesbegründung Rechnung getragen, dass Aktualisierungen des Medikationsplans, soweit Veranlassung dazu besteht, auch von anderen Leistungserbringern vorgenommen werden können.

Über Aspekte des Medikationsplans, die ggf. im Zusammenhang mit dem Entlassma-nagement zu beachten sind, wird die DKG zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Die Vereinbarung finden Sie in der Anlage. Bitte beachten Sie, dass die dort genannte Anlage 3 „ Spezifikation von Inhalt und Struktur einschließlich Spezifikation des technischen Verfahrens zur Erstellung und Aktualisierung“ nicht enthalten ist, da sie von den Vertragspartnern gemeinsam mit den Vertretern der Industrie bis zum 31.05.2016 überarbeitet werden soll.