Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat die Ergebnisse des ressortübergreifenden Pharmadialogs vorgestellt. Für Krankenhäuser sind insbesondere die nachfolgenden Ergebnisse von Bedeutung:

•    Zur Verhinderung von Lieferengpässen soll eine Liste versorgungsrelevanter, engpassgefährdeter Arzneimittel erarbeitet werden. Die pharmazeutische Industrie verpflichtet sich, Krankenhäuser und Zulassungsbehörden frühzeitig über drohende Lieferengpässe bei wichtigen Wirkstoffen zu informieren.

•    Zum Thema Antibiotika soll ein umfangreiches Maßnahmenbündel umgesetzt werden, das insbesondere verbesserte Erstattungsbedingungen für Reserveantibiotika beinhaltet. Danach soll bei der Bildung von Festbetragsgruppen und im Rahmen der frühen Nutzenbewertung von Antibiotika die Resistenz-Situation durch den G-BA berücksichtigt werden.

•    Der Schutz vor Arzneimittelfälschungen soll verstärkt werden. Die zuständigen Behörden sollen insbesondere schon bei Verdachtsfällen das Inverkehrbringen untersagen und Rückrufe frühzeitig anordnen können.

•    Für neu zugelassene, nach dem AMNOG bewertete Arzneimittel soll eine Um-satzschwelle festgelegt werden, bei deren Erreichen Erstattungsbeträge frühzeitiger gelten. Zudem soll der rabattierte Erstattungsbetrag zukünftig ausschließlich den Institutionen des deutschen Gesundheitswesens zur Verfügung stehen, die ihn zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben benötigen.

•    Die Erstattungsbedingungen für die im Rahmen der Arzneimitteltherapie not-wendige Begleitdiagnostik (sogenannte Companion Diagnostics) sollen verbessert werden.

•    Der Einsatz von Biosimilars, den Nachfolgeprodukten von biopharmazeutisch hergestellten Originalpräparaten, soll gefördert werden, um den Zugang zu hochwertigen und zugleich bezahlbaren Arzneimitteln zu verbessern.

Weitere Einzelheiten bitten wir dem beigefügten Bericht des BMG zu den Ergebnissen des Pharmadialogs zu entnehmen (Anlage).

Die DKG hatte die zentralen Ergebnisse des Pharmadialogs bereits in einer Pressemit-teilung begrüßt. Die geplanten Regelungen sollen in den nächsten Monaten durch die beteiligten Ministerien weiter ausgearbeitet werden und in ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren einfließen.

Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informieren.