Opdivo® (Nivolumab) ist als Monotherapie bei Erwachsenen für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms zugelassen.

Im Beschluss des G-BA werden drei Patientengruppen unterschieden. Für die Patientengruppen 1 (nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF-V600-mutierten Tumor) und 3 (vorbehandelte Patienten) ist ein Zusatznutzen nicht belegt. Für die Patientengruppe 2 (nicht vorbehandelte Patienten mit einem BRAF-V600-wildtyp Tumor) stellt der G-BA einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen fest. Begründet ist der Zusatznutzen durch eine moderate Verlängerung des Gesamtüberlebens und eine Verringerung der Nebenwirkungen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Dacarbazin).

Der Beschluss wurde bis zum 15. Juli 2017 befristet. Bis zu diesem Zeitpunkt ist ein neuer Datenschnitt mit einer Analyse des zweiten primären Endpunkts „Gesamtüberleben“ aus einer direkten Vergleichsstudie gegenüber Ipilimumab zu erwarten. Diese Studie wurde vom Hersteller im Dossier ebenfalls dargestellt. Ipilimumab wurde vom G-BA neben Dacarbazin als zweckmäßige Vergleichstherapie bestimmt.

Nach Neuzulassungen und Einführung von mehreren neuen Wirkstoffen in der Arzneimitteltherapie des fortgeschrittenen Melanoms findet in diesem Therapiegebiet aktuell eine dynamische Entwicklung statt. Es ist daher zu erwarten, dass der Wirkstoff Dacarbazin seinen Stellenwert in der Therapie des fortgeschrittenen Melanoms weitgehend verlieren wird. Die Ergebnisse aus der direkten Vergleichsstudie zu Ipilimumab sollen möglichst zeitnah in die Nutzenbewertung des nach § 35a SGB V einbezogen werden.

Die Anzahl der für eine Behandlung in Frage kommenden Patienten liegt insgesamt zwischen etwa 2500 und 4500 Patienten. Die Jahrestherapiekosten von Nivolumab liegen bei etwa 106.000 Euro.

Nulojix® (Belatacept) ist in Kombination mit Corticosteroiden und einer Mycophenol-säure (MPA) indiziert für die Prophylaxe einer Transplantatabstoßung bei Erwachse-nen, die eine Nierentransplantation erhalten haben.

Aufgrund des Ablaufs der Befristung des ersten Beschlusses vom Juli 2012 erfolgte eine Neubewertung des Wirkstoffes. Festgestellt wurde ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Ciclosporin A). Der beträchtliche Zusatznutzen ist insbesondere durch den nach einer Behandlungsdauer von 84 Monaten statistisch signifikant geringeren Anteil von Patienten mit einer Niereninsuffizienz im CKD-Stadium 4 oder 5 unter der Behandlung mit Belatacept als unter der Behandlung mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie begründet. So lag die Ereignisrate unter Belatacept bei 25,3 Prozent gegenüber 50,7 Prozent unter Ciclosporin A (bzw. bei 58,8 zu 75,3 Prozent). Der beträchtliche Zusatznutzen betrifft sowohl die Patienten, die Empfänger von Nierentransplantaten nach Standardkriterien (SCD) sind, als auch die Empfänger von Nierentransplantaten nach erweiterten Kriterien (ECD). Beim ersten Beschluss war der Zusatznutzen für beide Patientengruppen noch als gering eingestuft worden.

Die Anzahl der für eine Behandlung in Frage kommenden Patienten liegt zwischen etwa 3000 und 3400 Patienten. Die Jahrestherapiekosten von Belatacept liegen bei ca. 13.600 Euro

Tecfidera® (Dimethylfumarat) wird zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose angewendet.

Mit dem Beschluss werden die Anforderungen zur qualitätsgesicherten Anwendung des Beschlusses vom 16.10.2014 geändert. Die Vorgaben zur qualitätsgesicherten Anwendung wurden bereits aufgrund eines Rote-Hand-Briefes vom Dezember 2014 mit Beschluss vom Januar 2015 geändert. Die erneute Änderung ist aufgrund einer Risikoinformation des BfArM vom 7.4.2015 erforderlich geworden. Danach wurde vor dem Hintergrund von Berichten über das Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen (Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML)) eine Aktualisierung der Fachinformation initiiert. Zusätzlich hat der Unternehmer in einem erneuten Rote-Hand-Brief vom 23.11.2015 über weitere Maßnahmen zur Senkung des Risikos einer PML informiert. Der Beschluss bezieht sich auf die Erforderlichkeit der Durchführung von Maßnahmen, die das Risiko für das Auftreten einer PML reduzieren sollen und sind im Detail dem beigefügten Dokument zu entnehmen.

Weitere Informationen, auch zu den Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung, sind den beigefügten Beschlüssen zu entnehmen (Anlage 1-4). Zusätzliche Dokumente, insbesondere die Tragenden Gründe und die vorausgegangenen IQWiG-Berichte, können auf der Internetseite des G-BA (http://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/) abgerufen werden.