1. Änderungen zur Verschreibung von Arzneimitteln

Die Änderungen der Arzneimittelverschreibungsverordnung sehen vor, das zukünftig auf den Rezeptvordrucken zusätzlich eine Telefonnummer der Organisationseinheit des Krankenhauses, des medizinischen Versorgungszentrums bzw. der Arztpraxis anzugeben ist (§ 2 Abs. 1 AMVV). Diese Neuregelung soll öffentlichen Apotheken die Kontaktaufnahme mit den verschreibenden Ärzten erleichtern, wenn aufgrund von Unklarheiten Anlass zur Rücksprache besteht. Wir weisen darauf hin, dass entsprechend der Begründung des Verordnungsgebers die Telefonnummer der Organisationseinheit des Krankenhauses ausreichend ist und die Angabe der persönlichen Durchwahl des die Verschreibung ausstellenden Arztes nicht erforderlich ist. Diese Neuregelung tritt zum 1. Juli 2015 in Kraft. Durch diese Übergangsfrist soll die Beschaffung ggf. erforderlicher neuer Rezeptvordrucke ermöglicht werden.

Wir bitten bei der Ausstellung von Arzneimittelrezepten ab dem 1. Juli 2015 unbedingt um Beachtung dieser Neuregelung. Andernfalls ist davon auszugehen, dass Arzneimittelrezepte mit entsprechenden Formfehlern von Krankenkassen im Rahmen von Rezeptprüfungen retaxiert werden oder von öffentlichen Apotheken nicht akzeptiert werden.

Zudem werden durch Änderungen der Arzneimittelverschreibungsvorordnung und der Apothekenbetriebsordnung die Melde- und Dokumentationspflichten für selten ausgestellte Sonderrezepte, sogenannte T-Rezepte, erweitert. Danach ist vorgesehen, dass die Durchschriften der T-Rezepte wöchentlich an das BfArM übermittelt werden müssen (§ 3a Abs.7 AMVV). Außerdem werden die von den Apotheken zu dokumentierenden Angaben bei der Abgabe von T-Rezepten um Angaben insbesondere zur abgebenden Apotheke und zum abgegebenen Arzneimittel erweitert (§ 17 Abs. 6 und 6a ApBetrO). Diese Änderungen sind zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

2. Änderungen der Medizinprodukte-Abgabeverordnung

Die Änderungen der MPAV betreffen zum einen die Angaben der verschreibenden Person auf den Rezepten. Diese werden an die Vorgaben der Arzneimittel-Rezepte angeglichen: Angegeben werden müssen neben Namen, Vornamen, Berufsbezeichnung, die Anschrift der Klinik einschließlich einer Telefonnummer zur Kontaktaufnahme. Diese Regelung tritt zum 1. Juli 2015 in Kraft.

Darüber hinaus erfolgt eine Klarstellung in § 3 Abs. 1 Satz 2 MPAV, da es auch nach Inkrafttreten der MPAV möglich sein soll, dass von Ärzten verordnete Medizinprodukte, die nicht zur Anwendung durch Laien vorgesehen sind (z.B. Intrauterinpessare), von Laien in der Apotheke abgeholt werden können.

Die Verordnung zur Änderung dieser Rechtsverordnungen finden Sie beigefügt (Anlage).