Die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zu „Hygienemaßnahmen bei Infektionen oder Besiedelung mit multiresistenten gramnegativen Stäbchen“ ist im Oktoberheft des Bundesgesundheitsblattes veröffentlicht worden (Anlage). Sie kann auch über den folgenden Link von der Homepage des Robert Koch-Institutes (RKI) heruntergeladen werden:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Gramneg_Erreger.pdf?__blob=publicationFile

Derzeit werden in der Literatur für multiresistente gramnegative Stäbchen verschiedene Definitionen verwendet. Gemeinsam ist diesen, dass auf eine Eingruppierung auf Basis der Resistenzmechanismen verzichtet und stattdessen die Resistenz gegenüber verschiedenen Antibiotikagruppen zugrunde gelegt wird. Die Definitionen dienen somit in erster Linie epidemiologischen Zwecken und sind als Basis für die Infektionskontrolle weniger geeignet.

Daher hat sich die KRINKO entschlossen, eine eigene Einteilung der multiresistenten gram-negativen Stäbchen zu verwenden, die sich ausschließlich auf das Resistenzverhalten der Bakterien bezieht, ohne Berücksichtigung der Virulenzeigenschaften des jeweiligen Erregers. D.h. es wird die Resistenz gegenüber den Antibiotika betrachtet, die als primäre bakterizide Therapeutika bei schweren Infektionen eingesetzt werden (Acylureidopenicilline, Cephalosporine der 3. und 4. Generation, Carbapeneme und Fluorchinolone). Dementsprechend werden multiresistente gramnegative Stäbchen, die gegen 3 der 4 Antibiotikagruppen resistent sind, als 3MRGN bezeichnet und solche, die gegen 4 der 4 Antibiotikagruppen resistent sind, als 4MRGN.

Die Empfehlung richtet sich primär an die Träger und Mitarbeiter von Krankenhäusern und stellt spezielle Maßnahmen zur Prävention der Übertragung von multiresistenten gramnegativen Stäbchen zusammen. Da es sich um Erreger mit speziellen Resistenzen handelt, soll auch eine Surveillance gemäß § 23 Abs. 4 IfSG erfolgen.

In Kapitel 2 finden sich Ausführungen zur Epidemiologie der jeweiligen Erreger. In Kapitel 3 werden, ausgehend von Reproduktionsrate, klinischer Manifestationsrate, Mortalität, Reservoir, Übertragungsweg und Risikofaktoren, Empfehlungen hinsichtlich allgemeiner Präventionsmaßnahmen ausgesprochen. Kapitel 4 enthält Empfehlungen für die einzelnen Erreger hinsichtlich Screening- und Sanierungsmöglichkeiten und Kapitel 5 gibt weitere Empfehlungen zur Umsetzung im Krankenhaus (Hygieneplan, Schulung, Compliance, Surveillance). Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Prävention der Verbreitung von MRGN werden ergänzend in einer Tabelle zusammengefasst.

Die Details entnehmen Sie bitte der beigefügten Anlage selbst.