Im Epidemiologischen Bulletin Nr. 2 vom 16.01.2012 ist eine ergänzende Empfehlung der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des RKI) zur Empfehlung „Prävention nosokomialer Infektionen bei neonatologischen Intensivpflegepatienten mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 g“ veröffentlicht worden.

Mit der Ergänzung der ansonsten weiterhin gültigen Empfehlung wird eine Neubewertung von Screening-Untersuchungen bei intensiv-medizinisch behandelten Frühgeborenen vorgenommen. Dabei geht es um die mikrobiologische Surveillance im Verlauf des Intensivaufenthaltes und nicht um die unmittelbar nach der Geburt durchgeführte mikrobiologische Diagnostik oder die prä- und peripartalen Abstrichuntersuchungen bei der Mutter.

Aufgrund neuerer, qualitativ hochwertiger Studien empfiehlt die KRINKO nun bei intensiv-medizinisch behandelten Frühgeborenen ein wöchentlich durchgeführtes klinisch-mikrobiologisches Screening (in Bezug auf die Kolonisation) auf solche multiresistenten Infektionserreger, die meist den Nasopharynx und den Gastrointestinaltrakt besiedeln.

Ziel dieses Screenings ist es einerseits, im Falle einer nachfolgenden systemischen Infektion ohne Zeitverzug mit der empirisch gewählten Therapie beginnen zu können. Andererseits ermöglicht es auch die frühzeitige Erkennung einer Erregertransmission, um zeitnah krankenhaushygienische Barrieremaßnahmen einleiten zu können.