Durch diese Bezugnahme auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik haben die einschlägigen DIN-Normen sowie auch die Regelwerke der DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V.) einen höheren Stellenwert bekommen. Die DVGW steht für die technische Selbstverwaltung im Gas- und Wasserfach und hat den Zweck, das Gas- und Wasserfach in technischer und technischwissenschaftlicher Hinsicht unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheit, der Hygiene und des Umweltschutzes zu fördern.

Da die in der Trinkwasserverordnung festgesetzten Grenzwerte für Krankheitserreger und chemische Parameter auch an den Zapfstellen des Verbrauchers einzuhalten sind, und nicht mehr nur an der Übergabestelle vom Versorger in das Hausinstallationssystem, wird der Inhaber einer Hausinstallationsanlage (Krankenhausbetreiber) mitverantwortlich für die Qualität des Trinkwassers gemacht.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf die Veröffentlichung des neuen DVGW-Arbeitsblattes W 551 "Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlagen; Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums; Planung, Errichtung, Betrieb und Sanierung von Trinkwasser-Installationen" hinweisen. In dem Arbeitsblatt sind die Anforderungen überarbeitet und zusammengefasst, die zuvor bereits in den beiden "alten" DVGW-Arbeitsblätter W 551 aus dem Jahre 1993 und
W 552 aus dem Jahre 1996 festgelegt worden waren.

Die entscheidende Veränderung gegenüber den beiden früheren Arbeitsblättern ist, dass systematische Unterschreitungen der Temperatur unter 60°C bei Großanlagen nicht mehr zulässig sind. Zu Großanlagen werden ausdrücklich auch Anlagen mit Speicher-Trinkwassererwärmern oder zentralen Durchfluss-Trinkwassererwärmern in Krankenhäusern gezählt.

Das Arbeitsblatt W 551 beschreibt die Maßnahmen, die notwendig sind, um eine massenhafte Vermehrung der Legionellen in Warmwassersystemen der Trinkwasser-Installation zu verhindern, oder bei den Systemen, bei denen es bereits zu einer Vermehrung gekommen ist, diese wieder zu beseitigen.

Die wesentlichen Forderungen zur Erhaltung der Trinkwasserhygiene sind:

-   Das Wasser am Warmwasseraustritt des Trinkwassererwärmers muss stets eine Temperatur von ≥ 60°C betragen. Eine systematische Unterschreitung ist nicht akzeptabel.

-   Der gesamte Wasserinhalt ist mindestens einmal am Tag auf ≥ 60°C zu erwärmen.

-    Zirkulationssysteme und selbstregelnde Begleitheizungen sind so zu betreiben, dass die Wassertemperatur im System um nicht mehr als 5 K gegenüber der Warmwasseraustrittstemperatur des Trinkwassererwärmers unterschritten wird.

-   Die Zirkulationspumpe darf maximal für eine Dauer von 8 Stunden pro 24 Stunden abgeschaltet werden.

-   Um eine mögliche Kontamination des Systems mit Legionellen zu ermitteln, ist zunächst eine orientierende Untersuchung durchzuführen. Wird hierbei eine Legionellenkonzentration unter unter 100 KBE/100 ml festgestellt, sind Nachuntersuchungen in vorgeschriebenen Zeitabständen erforderlich, um langfristig die Verhältnisse zu kontrollieren.

-   Ab einer Legionellenkontamination des Trinkwassers mit mehr als 10.000 KBE/100 ml ist unverzüglich eine direkte Gefahrenabwehr (Desinfektion und Nutzungseinschränkung, z. B. Duschverbot) und Sanierung erforderlich.


Das Arbeitsblatt W 551 kann bei der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V. zum Preis von 20,87 € bestellt werden (ISSN 0176-3504):

DVGW Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V.
Josef-Wirmer-Straße 1-3
53123 Bonn
Telefon:  (0228) 91 88-5
Telefax:  (0228) 91 88-990
E-Mail: info@dvgw.de
Internet: www.dvgw.de