Ziel der Task Force ist es, eine Empfehlung zu erarbeiten, die Überlegungen zur Minimierung des Risikos einer Übertragung der vCJK durch chirurgisches Instrumentarium beinhaltet. Die Task Force hat unter Hinzuziehung der Fachleute aus verschiedenen Fachgesellschaften und Institutionen einen Abschlussbericht erarbeitet, der im Internet (s.u.) abrufbar ist. Die DKG ist im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens in die Erarbeitung des Abschlussberichtes einbezogen worden.

Im ersten Abschnitt des Abschlussberichtes wird auf die derzeitigen epidemiologischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse zu vCJK eingegangen. Darauf aufbauend werden die Risikoannahmen und Risikoabschätzungen in dem Papier vorgenommen, welche dann ihrerseits in Empfehlungen der Task Force zu den Formulierungen des Übertragungsrisikos durch potenziell kontaminierte chirurgische Instrumente münden. In diesem Zusammenhang hat die DKG in ihrer Stellungnahme insbesondere darauf hingewiesen, dass die Risikoabschätzungen derzeitiges Augenblickswissen darstellen und noch nicht an allen Stellen fundiert sind. Weiter hat die DKG in ihrer Stellungnahme angeregt, intensive Forschungsarbeiten zu initiieren. Darüber hinaus hat die DKG regelmäßige Evaluationen gefordert, ob die ausgesprochenen Empfehlungen dem derzeitigen epidemiologischen und wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen, um ggf. kurzfristige Anpassungen und Modifikationen der Empfehlungen vornehmen zu können.

Um die Minimierung des Risikos einer iatrogenen Übertragung von vCJK durch potenziell kontaminierte Medizinprodukte zu erreichen, schlägt Task Force ein gestuftes Vorgehen vor.

Hierbei wird differenziert nach Medizinprodukten, die bei Patienten angewendet werden, bei denen vCJK möglich oder klinisch wahrscheinlich ist, also ein erkennbares Risiko besteht.

Hiervon abzugrenzen ist  die Berücksichtigung eines nicht unmittelbar erkannten Risikos, das sich aufgrund der Exposition der Bevölkerung und der Inkubationszeit aus einem symptomlosen Trägerstatus oder einer unerkannten vCJK ergeben kann.

Für das Vorgehen bei erkennbarem Risiko nimmt das Papier u.a. Bezug auf die Gemeinsame Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte zu den "Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten" (Bundesgesundheitsblatt 11/2001, S. 1115 ff.). Die Medizinprodukte, die dort unter dem Gesichtspunkt der Aufbereitung als kritische oder semi-kritische Medizinprodukte definiert sind, sollen nach Anwendung bei Patienten mit wahrscheinlicher vCJK primär entsorgt werden. Bei Patienten mit einer klinisch möglichen vCJK sind soweit wie möglich bei allen klinischen Anwendungen von Einweg-Medizinprokten diese sofort nach Benutzung zu verbrennen. Bei Mehrwegprodukten sollten die angewendeten Instrumente gekennzeichnet werden und anschließend sicher in entsprechend gekennzeichneten verschlossenen Behältern bis zur Klärung der Diagnose asserviert werden. Bis zur Bestätigung der Diagnose bzw. bei weiterer Ungeklärtheit sind auch diese Medizinprodukte anschließend zu verbrennen. Ergibt sich kein Anhalt für vCJK / CJK können die Medizinprodukte wie üblich aufbereitet werden. 

Die Aufbereitung von Medizinprodukten sollte nach Auffassung der Task Force grundsätzlich auf Basis der Gemeinsamen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI und des BfArM erfolgen. Wenigstens zwei auch für die Dekontamination - Deaktivierung von Prionen (zumindestens partiell) geeignete Verfahren sind zu kombinieren. Hierzu wird in der Richtlinie darüber hinaus zwischen thermostabilen (dampfsterilisierbaren) Medizinprodukten und thermolabilen (nicht dampfsterilisierbaren) Medizinprodukten unterschieden.

Aufgrund der zusätzlichen Maßnahmen zur Minimierung des iatrogenen Übertragungsrisikos sind erhöhte Kosten für die Krankenhäuser zu erwarten. Sie können aber aufgrund der individuellen Gegebenheiten vor Ort (Operationsspektrum, bisheriger Einsatz von Einweg- und Mehrwegmedizinprodukten) nicht generell abgeschätzt werden. Die DKG hat in diesem Zusammenhang im Rahmen ihrer Stellungnahme gegenüber dem RKI auf das Spannungsfeld zwischen den notwendigen Maßnahmen zur Patientensicherheit und zur Qualität der Patientenversorgung auf der einen sowie der Finanzierungsmöglichkeit dieser zusätzlichen Maßnahmen auf der anderen Seite hingewiesen. Diese Hinweise haben keine Berücksichtigung im Abschlussbericht gefunden.