Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im Bundesgesundheitsblatt Nr. 1/2003 eine Bekanntma-chung veröffentlicht. Sie enthält ein Vorwort sowie die Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren mit Stand vom 31.05.2002, die auch von der Homepage des RKI unter www.rki.de/GESUND/DESINF/DESINFLI.HTM abgerufen werden können.

Gemäß § 18 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dürfen bei behördlich angeordneten Entseuchungen nur Mittel und Verfahren angewendet werden, die vom RKI auf Wirksamkeit und vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bzw. vom Umweltbundesamt (UBA) auf Unbedenklichkeit für Gesundheit und Umwelt geprüft und in einer vom RKI veröffentlichten Liste aufgenommen worden sind.

In dem Vorwort dieser Bekanntmachung wird unter anderem auf die verschiedenen beteiligten Institutionen verwiesen, bei denen Desinfektionsmittel zugelassen werden können. Die Aufnahme eines Desinfektionsmittels in die Liste des RKI muss dort beantragt werden.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch eine zweite Liste über Desinfektionsverfahren, die von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) veröffentlicht wird. Die dort gelisteten Mittel und Verfahren sind jedoch eher für routinemäßige (laufende) Desinfektionsmaßnahmen geeignet.

Zum Teil bestehen erhebliche Unterschiede zwischen der Liste des RKI und der der DGHM. Dies liegt darin begründet, dass die Listen unterschiedliche Zielsetzungen haben und dementsprechend die Prüfmethoden und die Bewertungskriterien für die Desinfek-tionsmaßnahmen unterschiedlich sind.

Wichtig ist, dass es dem Anwender bzw. demjenigen, der Desinfektionsmaßnahmen anordnet, freisteht, welches Desinfektionsmittel er wählt, sofern es sich nicht um eine behördlich angeordnete Desinfektionsmaßnahme handelt, d. h. eine Entseuchung gemäß § 18 IfSG - dann muss die Liste des RKI angewendet werden. In allen anderen Fällen kann das Desinfektionsverfahren frei gewählt werden, jedoch empfiehlt das RKI, eine der beiden Listen zu Rate zu ziehen, da die dort aufgeführten Mittel und Verfahren auf ihre mikrobiologische Wirksamkeit durch unabhängige Institutionen geprüft worden sind.