Mittlerweile ist die ASH die größte Kampagne zum Thema Händehygiene nicht nur national, sondern auch international. 2013 wurde der Charité durch die WHO der Titel „Global Hand Hygiene Expert Centre“ in Anerkennung für das Engagement bei der Verbesserung der Händehygiene verliehen (die ASH ist bei Frau Professor Gastmeier, der Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, angegliedert).

Die DKG hat die ASH von Anfang an begleitet und ist seit 2011 auch offizieller Partner der Kampagne.

Zu Beginn wurde die ASH 2 mal 3 Jahre durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert und muss sich seit Ende 2013 allein durch freiwillige Zuwendungen von Verbänden (u. a. DKG), Krankenkassen und Industrie (v. a. Händedesinfektionsmittel-Hersteller) finanzieren. Leider gestaltete sich die Finanzierung von Jahr zu Jahr schwieriger, der Versuch, sich über freiwillige Spenden der Teilnehmer zu finanzieren scheiterte, so dass die ASH nun beschlossen hat, ab 2018 einen Teilnahmebeitrag zu erheben. Die DKG befürwortet diese Nutzerfinanzierung ausdrücklich, da so eine Unabhängigkeit von Interessen fördernder Krankenkassen und Händedesinfektionsmittel-Hersteller gewährleistet werden kann.

Aus Sicht der DKG-Geschäftsstelle leistet die ASH einen wichtigen Beitrag zur Hygiene in den Krankenhäusern, und auch in der politischen Diskussion wird häufig auf die ASH als positives Beispiel für das Engagement der Krankenhäuser in Sachen Hygiene verwiesen. Auch sind die Krankenhäuser nach wie vor die größten Nutznießer der Kampagne. Bis Mitte 2017 haben 2.406 Einrichtungen daran teilgenommen, davon

•    1.130 Krankenhäuser

•    109 Rehakliniken

•    424 Alten- und Pflegeheime

•    743 Ambulante medizinische Einrichtungen

Die Verbesserung des Händehygieneverhaltens in Gesundheitseinrichtungen ist eine grundlegende Maßnahme zur Vermeidung von Übertragungen und Infektionen. Hierbei unterstützt die ASH die Teilnehmer mit folgenden Leistungen:

1.    Multimodales und wissenschaftlich geprüftes Interventionsprogramm zur Einführung des WHO Modells "My 5 Moments of Hand Hygiene" ("Die 5 Indikationen der Händedesinfektion")

2.    Messung der Compliance der Händedesinfektion (direkt: Compliancebeobachtung; indirekt: Erfassung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs mittels HAND-KISS)

3.    Berechnung individueller Ergebnisse für das Benchmarking als auch Referenzdatenberechnung

4.    Schulung der Einrichtungen in der Umsetzung der Kampagne

5.    Jährlicher Erfahrungsaustausch für alle interessierten Leistungsnehmer

6.    Website mit verschiedensten Materialien zur Verbesserung der Händehygiene

7.    Unterstützung bei Anfragen

8.    Zertifizierungsverfahren

Mit Hilfe der ASH hat sich der Händedesinfektionsmittelverbrauch bei den kontinuierlich teilnehmenden Krankenhäusern von 2008 bis 2016 nahezu verdoppelt. Derweil nutzen über 1.300 Intensivstationen und über 9.000 Normalstationen HAND-KISS und seit Einführung der WebApp zur Compliancebeobachtung 2014 wurden bereits über 700.000 Indikationen zur Händedesinfektion beobachtet.

Seit Juni 2011 ist es möglich als Krankenhaus oder Rehabilitationsklinik ein Zertifikat über die Teilnahme an der "Aktion Saubere Hände" zu erhalten. Dieses Zertifikat hat sich als Referenz für die erfolgreiche Umsetzung hygienischer Qualitätsstandards in der Patientenversorgung etabliert (seit Überarbeitung der Zertifizierungskriterien 2014 wurden über 700 Zertifikatanträge gestellt).

Die DKG-Geschäftsstelle appelliert daher an alle an der ASH teilnehmenden Krankenhäuser, auch weiterhin teilzunehmen und dies nicht von dem Teilnahmebeitrag von 500 Euro abhängig zu machen. Krankenhäuser, die noch nicht an der ASH teilnehmen bitten wir, sich eine Teilnahme zu überlegen. Eine große Teilnehmerzahl ist notwendig, damit auch in Zukunft Krankenhäuser und vor allem deren Patienten weiterhin von der Unterstützung durch die ASH profitieren können.

Der Teilnehmervertrag wird in Kürze auf der Homepage der ASH (www.aktion-sauberehaende.de) zum Download zur Verfügung stehen.