Wie bereits 2011 hat das BMG das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) damit betraut, die deutsche Prävalenzerhebung 2016 zu organisieren und die erhobenen Daten in anonymer Form an das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) zu übermitteln.

Die Erfassung der nosokomialen Infektionen und der Antibiotikaanwendungen wird nach einheitlichen Definitionen an einzelnen Tagen im Mai/Juni 2016 erfolgen. Die Patientendaten werden nur in anonymer Form an das NRZ weitergegeben. Die Erfassung soll von einem fachkundigen Team des teilnehmenden Krankenhauses (Hygienefachpersonal, Krankenhaushygieniker oder hygienebeauftragter Arzt, evtl. Personal aus dem Bereich Medizincontrolling) durchgeführt werden. Im Hinblick auf die einheitliche Durchführung und die Konsistenz der Daten ist eine vorausgehende Schulung erforderlich. Das NRZ wird diese Schulungen (kostenlos) in den Monaten Februar - April 2016 als eintägige Trainingskurse regional für die Mitglieder der jeweiligen Erfassungsteams der teilnehmenden Krankenhäuser anbieten. In diesen Kursen wird die Methodik einschließlich der zu verwendenden Definitionen für die Erfassung vermittelt.

Nach der vom ECDC gemeinsam mit nationalen Experten erarbeiteten Methode werden die Daten in einer repräsentativen Stichprobe von 49 deutschen Krankenhäusern erfasst. Zusätzlich möchte das NRZ jedoch einer möglichst großen Anzahl an deutschen Krankenhäusern die Möglichkeit bieten, sich an der deutschlandweiten Erhebung zu beteiligen (Anlage).

Die DKG unterstützt dieses Ansinnen des NRZ ausdrücklich, weil nosokomiale Infektionen eine große Bedeutung für die betroffenen Patienten und das Gesundheitssystem haben und daher Daten zur Häufigkeit von nosokomialen Infektionen und der Antibiotikaanwendung für alle Akteure im Gesundheitswesen relevant sind.

Teilnehmende Krankenhäuser erhalten ihre einrichtungsspezifischen Daten zu noso-komialen Infektionen und Antibiotikaverordnung in Form eines strukturierten Berichts einschließlich europäischer Vergleichsdaten.