Die Empfehlung beschreibt Maßnahmen, die geeignet sind Übertragungen von Erregern von Infektionserkrankungen zwischen Patienten bzw. Patienten und Personal zu verhindern. Dazu werden neben den Maßnahmen der Basishygiene, die ungezielt eingesetzt werden, auch spezielle Maßnahmen beschrieben, die bei Verdacht auf oder Nachweis von übertragbaren Erkrankungen zusätzlich zu den Maßnahmen der Basishygiene gezielt ergriffen werden sollen.

Die Empfehlung richtet sich vor allem an Beschäftigte und verantwortliche Leitungen von medizinischen Einrichtungen und Krankenhäusern, aber auch von Heimen und Betreuungseinrichtungen, in denen Patienten oder Bewohner untergebracht und gepflegt werden.

Explizit hinweisen möchten wir auf folgende Ausführungen in der Empfehlung:

• Bzgl. der räumlichen Unterbringung wird darauf hingewiesen, dass als Einzelzimmer nutzbare Räumlichkeiten in angemessener Zahl verfügbar sein müssen. Deshalb sollte bei Neuplanungen oder Sanierungen auf Normalpflegestationen ein Anteil von Einzelzimmerbetten an der Gesamtbettenzahl von 10 – 20 % nicht unterschritten werden.

• Jeder Patient muss im Krankenhaus ein aufbereitetes, desinfiziertes Bett erhalten, welches mit desinfizierten Inletts (Bettdecke und Kopfkissen) bezogen und mit sauberer Wäsche versehen ist. Nach Risikobewertung kann ggf. auf die desinfizierende Aufbereitung der Inletts zwischen zwei Patienten verzichtet werden.

• Oberflächen in der Patientenumgebung sollen nach einem möglichen Übertragungsrisiko klassifiziert werden. Flächen, die als Risikoflächen mit häufigem Hand- und Hautkontakt klassifiziert werden, müssen mindestens einmal täglich so aufbereitet werden, dass keine Übertragungsgefahr davon ausgeht. Bei sichtbarer Kontamination muss die Aufbereitung sofort erfolgen.

• Nach Beendigung der Isolierungsmaßnahmen muss die Patientenumgebung durch eine Schlussdesinfektion aufbereitet werden. Diese erstreckt sich je nach Erkrankung oder Krankheitserreger auf die patientennahen bzw. alle erreichbaren Oberflächen und Gegenstände einschließlich des Patientenbettes und der Nasszelle, die mit den Krankheitserregern kontaminiert sein können. In besonderen Fällen können andere Wirkstoffe oder Konzentrations-Zeit-Relationen und Verfahren als bei der routinemäßigen Desinfektion notwendig sein.

• Bzgl. der kontrovers diskutierten Rolle der Kleidung bei der Übertragung von Infektionserregern spricht die Kommission keine eindeutige Empfehlung aus, obwohl verschiedene Argumente für eine kurzärmelige Arbeitskleidung angeführt werden.

• Da die festgelegten Maßnahmen bei begründetem Verdacht auf eine Infektionserkrankung schnellstmöglich eingeleitet werden müssen, muss dies ggf. schon in der Notaufnahme erfolgen. Daher sollten auch dort geeignete Räume zur Isolierung infektionsverdächtiger Patienten vorgehalten werden.

Die weiteren Details entnehmen Sie bitte der beigefügten Anlage.