1. Akut behandlungsbedürftige, für Deutschland ungewöhnliche Infektionskrankheiten, die bei Asylsuchenden auftreten können

Das RKI weist darauf hin, dass es unter den derzeitig zahlreich eintreffenden Asylsu-chenden in den letzten Wochen zum vereinzelten Auftreten schwerer, seltener, zum Teil mit der Fluchtreise assoziierter Erkrankungen kam. Medizinisches Personal, wel-ches Asylsuchende (sowie Asylbewerber, Flüchtlinge) betreut, sollte daher auf einige dieser für Deutschland ungewöhnlichen Erkrankungen, die einer raschen infektiologi-schen Diagnostik und sachkundigen Therapie bedürfen, vorbereitet sein (Anlage 1 – s.h. Tabelle). Ausgehend von einzelnen Fällen der in der Tabelle aufgezählten Erkrankungen ist eine Ausbreitung in die Allgemeinbevölkerung jedoch sehr unwahrscheinlich! Einzelne Übertragungen sind bei engem Kontakt aber zum Teil möglich.

Allen Erkrankungen ist gemein, dass sie mit unspezifischen grippeähnlichen Sympto-men wie Fieber, allgemeinem Krankheitsgefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen beginnen, weshalb sie, vor allem in frühen Krankheitsstadien, alleine durch klinische Symptome nicht von anderen banaleren Erkrankungen, noch voneinander abgrenzbar sind. In Betracht zu ziehen sind jedoch Inkubationszeiten relativ zum Zeitpunkt des Verlassens des Herkunftslandes und – bei auf der Flucht übertragbaren Infektionen – der Einreise nach Deutschland.

Um ausschließen oder bestätigen zu können, dass es sich bei einer Erkrankung um eine dieser akut behandlungsbedürftigen Infektionen handelt, sollte eine diagnostische Klärung und Therapie des zunächst unklaren Fiebers bei einem Asylsuchenden durch einen sachkundigen Arzt (infektologische Praxis oder Klinik) unter Berücksichtigung der entsprechenden Umstände (wie Inkubationszeit, Herkunftsland, bzw. Fluchtroute und Fluchtumstände) umgehend eingeleitet werden.

2. Eigenschaften, Häufigkeit und Verbreitung von MRSA in Deutschland – Update 2013/2014

In diesem Kontext sei auch darauf hingewiesen, dass ein hoher Anteil libyscher Ver-wundeter, die in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union behandelt wurden bzw. werden, mit multiresistenten Erregern (MRE) kolonisiert ist. Die im Rahmen eines MRE-Aufnahmescreenings von libyschen Patienten isolierten MRSA waren verschieden von den in Deutschland prävalenten HA-MRSA und wiesen zum Teil ein breites Resistenzspektrum auf (spa t037, ST239). MRSA-ST239 waren bis Ende der 1990er Jahre auch in Mitteleuropa verbreitet. Ihr Auftreten wird momentan verstärkt in Südosteuropa, den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, in Asien und Lateinamerika beschrieben. Isolate des ST97 werden in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und in Asien beschrieben, sowohl aus Infektionen des Menschen als auch bei Tieren (bovine Mastitis).

Dagegen ist die Häufigkeit der Methicillinresistenz bei Staphylococcus aureus (MRSA) in Deutschland weiter rückläufig. Die Details entnehmen Sie bitte der Anlage 2.